Wegen Computerpanne

Stadt kassiert 20.000 Münchner doppelt ab

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Zuviel vom Konto abgebucht hat die Stadt München den Bürgern durch einen Fehler im Computer-System.

München - Eine peinliche Panne ist der Stadtkämmerei München passiert: Wegen eines Computerfehlers wurden Gebühren, die zum 15. Oktober fällig waren, am Tag darauf ein zweites Mal eingezogen.

Insgesamt waren das 4,7 Millionen Euro. Betroffen waren etwa 20.000 Münchner.

So manch einer bekam beim Blick auf den Kontostand einen gehörigen Schreck. Bei der Kontrolle der Umsätze bemerkten dann viele Betroffene die Doppel-Abbuchung und beschwerten sich umgehend bei der Stadt. „Es betraf alle, die in irgendeiner Form Gebühren an die Stadt bezahlen, die am 15. Oktober fällig wurden, und wofür eine Einzugsermächtigung erteilt worden war“, erklärt Gesine Beste, Sprecherin der Stadtkämmerei. So wurden etwa Gebühren für Kindergärten und Krippen oder etwa Sondernutzungs-Gebühren, beispielsweise für Freischankflächen, zwei Mal abgerechnet. Schuld daran war der IT-Dienstleister der Stadt München, „IT@M“, dem beim Update des Abrechnungssystems ein Programmierfehler unterlaufen war.

Stadtkämmerer Ernst Wolowicz sagt, das zuviel abgebuchte Geld wird umgehend zurückerstattet.

Die betroffenen Bürger müssen selbst nichts unternehmen: Der zu Unrecht einzogene Betrag wird umgehend und automatisch wieder auf ihr Konto zurückgebucht. Die dafür notwendigen Schritte hat das Kassen- und Steueramt bereits in die Wege geleitet. „Innerhalb von wenigen Tagen müsste jeder sein Geld zurückhaben“, sagt Gesine Beste. Abhängig von den jeweiligen Bankinstituten sollten die 4,7 Millionen im Lauf der nächsten Woche auf die Konten zurückfließen.

Sollte den betroffenen Münchnern ein Schaden entstanden sein, etwa weil das Konto zeitweise ins Minus gerutscht war und dafür nachweisbar Zinsen anfielen, so übernimmt die Stadt den Schaden. Ein entsprechender Antrag muss in diesem Fall an das Kassen- und Steueramt gestellt werden.

„Wir bedauern diesen Vorfall sehr und entschuldigen uns bei den Betroffenen für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, sagt Stadtkämmerer Ernst Wolowicz. Sofort nachdem der Fehler bekannt geworden war, gab es eine Krisensitzung: Mitarbeiter der Stadtkämmerei und von der Firma „IT@M“ klärten die Ursachen für den Fehler und besprachen Maßnahmen, damit dieser Vorfall ein Einzelfall bleibt.

do

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