So wird die Stadt gestaltet

München putzt sich raus: Das sind die aktuellen Bau-Projekte

+
Pläne für München: In Pasing sollen 2400 Wohnungen und 800 Arbeitsplätze entstehen.

München - Ob an der Nymphenburg, in Pasing oder am Siegestor: In München wird vielerorts gearbeitet, um die Stadt in einem neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Auch Neu-Münchner werden angelockt.

Die Stadtgestaltungskommission debattiert regelmäßig über Architektur-Entwürfe, die das Stadtbild nachhaltig prägen. Am Dienstag war es wieder soweit, dass über große Bauprojekte diskutiert wurde. So macht der neue Tunnel am Luise-Kiesselbach-Platz den Bau neuer Wohnungen an der Heckenstallerstraße möglich. Und an der Laimer Unterführung in Nymphenburg entsteht ein grüner Bürokomplex.

Auch in der Innenstadt wird gewerkelt: An der Weinstraße wird ein Geschäftshaus neu errichtet. Auch bei der Siemens-Zentrale gibt es etwas Neues: Im Areal wird ein Kunstwerk aufgestellt. Und rund um das Siegestor soll es mehr Grün und weniger Asphalt geben.

Heckenstallerstraße: Wohnanlage mit Tiefgaragen

Wohnanlage in der Heckenstallerstraße

Am 25. Juli wurden die beiden Tunnels am Luise-Kiesselbach-Platz eröffnet. Dazwischen fließt der Verkehr in der Heckenstallerstraße jetzt in einem tiefen Graben. Jetzt, da es dort ruhiger ist, soll ein ausgedientes Bürogebäude abgerissen und durch eine Wohnanlage mit 284 Quartieren samt Tiefgaragen entstehen. Auch eine viergruppige Kita ist geplant.

Die Gebäude sollen vier bis fünf Geschosse hoch werden, zum Mittleren Ring im neuen Heckenstallergraben ist eine zusätzliche Schallschutzwand geplant, die die Bauteile verbinden soll. Die Erschließung ist über die nördlich parallel zur Heckenstallerstraße verlaufende Konrad-Celtis-Straße geplant. Stadtbaurätin Beate Merk stellt das Projekt der Stadtgestaltungskommission vor, da „das städtebauliche Konzept an diesem verkehrlich, als auch schalltechnisch schwierigen Standort“ überzeugt, hieß es.

Neue Siemens-Zentrale: Große Alu-Skulptur

Neue Siemens-Zentrale

Der Neubau der Siemens-Zentrale hat längst seine konkreten Formen angenommen. Die neuen Gebäude stehen, derzeit läuft der Innenausbau. Nächstes Jahr sollen die Mitarbeiter einziehen. Zuvor will der Elektrokonzern im neuen Innenhof, der sich zum Oskar-von-Miller-Ring öffnet, eine große Alu-Skulptur aufstellen.

Der Entwurf stammt vom US-Stararchitekten Daniel Libeskind. Die zehn Meter hohe „Wing Skulptur“ ist aktuell auf der Expo in Madrid zu sehen. Sie soll „einen sichtbaren Bezug zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“ schaffen.

Weinstraße: Sechsgeschössiges Geschäftshaus

Geschäftshaus an der Weinstraße

Zum zweiten Mal beschäftigt sich die Stadtgestaltungskommission mit den Plänen für ein Geschäftshaus an der Weinstraße. Während im Januar noch ein Umbau des bestehenden Nachkriegsgebäudes zur Debatte stand, soll dieses nun abgerissen und durch einen sechsgeschossigen Neubau als Büro- und Geschäftshaus mit 750 Quadratmetern Verkaufsfläche ersetzt werden. Die bestehende Passage an der Sporerstraße Richtung Dom soll dabei erhalten bleiben.

Siegestor: Pappelallee soll verlängert werden

Mehr Pappeln am Siegestor

Das Baureferat will die Flächen rund um das Siegestor aufwerten. Die „überdimensionalen Verkehrsflächen“ sollen weg. Die „teilweise sehr schmalen Geh- und ungünstig geführten Radwege“ sollen größer werden. Eine „raumsparende Fahrbahnführung“ und die Umwandlung der Parkflächen sollen Platz schaffen für eine Verlängerung der Pappelallee der Ludwigstraße bis zur LMU nach historischem Vorbild. Die Stadtgestaltungskommission will die Konzeptstudie behandeln.

Nymphenburg: Sieben Geschosse hoher Bürokomplex

Bürokomplex an der Nymphenburg

Die Firma CA Immo plant an der Laimer Unterführung entlang der Bahngleise einen 200 Meter langen und bis zu sieben Geschosse hohen Bürokomplex. Die Fassaden sollen wie die Seitenflügel des nahen Schlosses Nymphenburg in zartem Grün gehalten und mit Rundbögen versehen werden. Zur Wotanstraße hin rahmt der Komplex mit den Neubauten gegenüber einen neuen Platz ein.

2400 Wohnungen für 5500 Münchner

Neue Wohnungen in Pasing

Auch neuer Wohnraum soll erschlossen werden. Das Areal an der Paul-Gerhardt-Allee, zwischen den beiden Bahntrassen in Pasing, ist der letzte Abschnitt der zentralen Bahnflächen, der noch nicht bebaut worden ist. Auf 33 Hektar Gewerbefläche sollen in den nächsten Jahren 2400 Wohnungen für 5500 Menschen und 800 Arbeitsplätze entstehen!

Aufgeteilt ist das Gebiet in 13 Bauabschnitte, für einen davon ist jetzt der nächste Wettbewerb entschieden worden. Den Siegerentwurf haben „Grassinger Emrich Architekten“ und „Liebald + Aufermann“ Landschaftsarchitekten, beide aus München, erstellt.

Die Gebäude werden den Eingang zum neuen Stadtteilquartier bilden. Neben 270 Wohnungen in diesem Bauabschnitt entsteht auch eine Freifläche zum Aufenthalt.

Eggenfabrik soll Trendsport ermöglichen

In dem kompletten Umriss sind eine fünfzügige Grundschule mit Sporthalle, Kindertageseinrichtungen, fast zehn Hektar große, öffentliche Grünflächen und Geschäfte geplant. Die denkmalgeschützte Eggenfabrik soll erhalten und für Trendsport genutzt werden.

Um das Baugebiet anzubinden, sind unter anderem drei Fuß- und Radwegbrücken angedacht. Am Pasinger Bahnhof wird ein Bus-Shuttle über die Nusselstraße eingerichtet. Es soll zwei Haltestellen für die Linie geben.

Bisher sind drei Baugebiete überplant, zehn stehen noch aus.

we, ska

auch interessant

Meistgelesen

Legendäre Münchner Biermarke kehrt zurück
Legendäre Münchner Biermarke kehrt zurück
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Technische Störung: Wer zum Flughafen will, hat ein Problem
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Der große Test: So schmeckt‘s auf dem Tollwood
Mal ernsthaft. Wie soll ein 27-Jähriger in München fürs Alter vorsorgen?
Mal ernsthaft. Wie soll ein 27-Jähriger in München fürs Alter vorsorgen?

Kommentare