Auf Zeitreise im Einkaufsparadies

Das Kaufhof-Gebäude

München - Die Galeria Kaufhof am Marienplatz feiert heute ihren 40. Geburtstag. Dabei war das Geschäft anfangs sehr kritisch beäugt worden. Wir begeben uns auf eine Zeitreise.

So etwas hatten die Münchner noch nicht gesehen: 11 800 Quadratmeter voll klimatisierte Verkaufsfläche, über 120 000 Artikel vom Jogginganzug über das Klappfahrrad bis hin zum Schinken – alles unter einem Dach!

Genau heute vor 40 Jahren um 8 Uhr eröffnete die Galeria Kaufhof am Marienplatz. Zur Begrüßung gab’s Tausende Luftballons, Lebkuchenherzen und Olympia-Lotterielose. „Schon um 7.30 Uhr standen die Kunden zu Hunderten Schlange“, erinnert sich eine frühere Mitarbeiterin. „Tausende haben sich dann durch die vier Stockwerke geschoben, teilweise gab es Staus. Die Kassierer sind gar nicht mehr hinterhergekommen.“

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

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Der Münchner Merkur schrieb damals „Münchner stürmen den Kaufhof.“ Es war das Jahr, in dem München endgültig zur Metropole wurde: Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 entstanden ganze Stadtviertel, die Autos verschwanden aus der Altstadt, und die U-Bahn kam. Anstelle des schönen Roman-Mayr-Hauses – ein Warenhaus im französischen Stil – wuchs in der Kaufinger Str. 1 bis 5 von 1969 bis 1972 der moderne Kaufhof-Bau in die Höhe. Architekt war Josef Wiedemann (1910 bis 2001).

Das alte Roman-Mayr-Haus wurde 1912 erbaut

Die graue, nüchterne Fassade hatte anfangs nicht nur Freunde. Architekt Karl Klühspies vom Münchner Forum bemängelte damals in der tz die „viel zu großen Fassadenflächen“ und empfahl sogar eine Bemalung. Rund 40 Jahre später sieht die Fassade noch genauso aus – und ist aus der Altstadt auch nicht mehr wegzudenken. Schon damals arbeiteten für das Kaufhaus 1300 Angestellte. Das Sortiment war freilich etwas anders als heute. So warb es beispielsweise in einer Zeitungsanzeige mit dem Spruch: „Der Münchner Kaufhof verwöhnt die Münchnerin“ – darunter standen Angebote für Pelze (Nerzmäntel zum Beispiel für 998 DM).

Eine weitere Anzeige preist ein fünfteiliges Schlafzimmer für 598 DM. „Wir hatten damals eine eigene Etage für Möbel und Teppiche – auch Babynahrung gibt es beispielsweise nicht mehr“, sagt Geschäftsführerin Ann-Christina Eylmann. „Ansonsten haben wir aber fast alle Dinge für den täglichen Bedarf noch, wie zum Beispiel Glühlampen oder Hammer und Nägel.“

Viele Abteilungen sind gewachsen, so zum Beispiel die Dessousabteilung. „Früher war Unterwäsche nur Funktionswäsche und hat einen ganz kleinen Teil ausgemacht.“ Insgesamt hat sich das Kaufhaus in diesen 40 Jahren von 11 800 Quadratmetern auf 21 500 Quadratmeter vergrößert. Zum 40. Geburtstag bedankt sich die Galeria Kaufhof am Marienplatz mit Sonderangeboten auf allen Etagen. Außerdem gibt’s bis zum 26. Mai ein Festprogramm, nähere Infos im Internet unter www.galeria-kaufhof.de/filialen/muenchen-marienplatz.

Nina Bautz

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