Kinofilm über Hannes Fritz-München ab 3.1.

Mein Opa, Hofmaler der Maharadschas

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Hinter dem Kopf des Maler-Enkels Konstantin Fritz sehen Sie ein Selbstporträt des Künstlers Fritz-München

München - Am 3. Januar startet ein Kinofilm über Hannes Fritz-München. Er hat Maharadschas wie Bauern aus Benediktbeuern gemalt hat – Hauptsache, es waren Charakterköpfe.

Familie, Bankbeamter in Heidelberg, alles in Ordnung. Pfälzer Herz, was willst du mehr? Johannes Adam Fritz’ Herz will mehr. Er schmeißt alles hin, studiert in München Kunst, signiert seine Gemälde ab sofort mit „Fritz-München“ und reist um die Welt. Südamerika, Nordafrika, Europa – und Indien! Dort sollte der Wahl-Münchner Hannes Fritz-München (1896 – 1981) in den 30ern der erste und letzte deutsche Hofmaler der Maharadschas werden! Ein abenteuerliches Leben eines mutigen Herzens – voller Höhen und auch Tiefen. Gleich nach dem Weltkrieg verdiente sich der Mann, der früher einen Sack Silbermünzen für zwei Wochen fürstlich-indische Malerei erhielt, einige Essensreste als Zeichner amerikanischer Soldaten in Deutschland.

Konstantin Fritz ist der Enkel des einstigen Hofmalers – und hat sich Anfang 2012 mit einem Filmteam um Regisseur Walter Steffen nach Indien aufgemacht, um auf den Spuren des Großvaters zu wandeln.

„Mein Opa hat seinem inneren Ruf Folge geleistet“, erzählt Fritz der tz. „Er fing neu an, weil er so nicht leben konnte.“ Den Drang zu malen habe Hannes Fritz-München schon immer gehabt – die Schwabinger Wohnung, in der Fritz’ Eltern leben, bestätigen das. Überall hängen Gemälde des Opas, der genauso gern Maharadschas wie Bauern aus Benediktbeuern gemalt hat – Hauptsache, es waren Charakterköpfe.

Apropos Charakter: Der Opa war abergläubisch. Ein Wahrsager hatte ihm in den 30ern in Indien prophezeit: Er werde drei Söhne bekommen. Das traf ein. Es würde ein großer Krieg kommen. Das traf auch ein. Der Maler würde sein 60. Jahr nicht erleben. Das traf nicht ein – er wurde 85 –, aber bis er 60 wurde, war er panisch. Doch untergekriegt hat’s ihn nicht.

Matthias Bieber

Der Film: Ab 3. Januar im Kino

Walter Steffen drehte seinen Dokumentarfilm München in Indien im Januar und Februar dieses Jahres vor Ort. Mit dabei: Fritz-Münchens Enkel Konstantin Fritz. Steffens Film verwebt deutsche und indische Geschichte zwischen 1932 und 1948 und baut Original-Aufnahmen des Münchner Hofmalers mit ein. Am 3. Januar läuft der Film in unseren Kinos an.

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