Vorwürfe vor Gericht

Er verletzt sie mit Messer - das blutige Ende einer jungen Liebe

+
Muhammad D. ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

München - Ein junger Mann verletzt seine Freundin mit dem Messer. Vor Gericht geben Täter und Opfer dem jeweils anderen die Schuld.

Von der Liebe scheint nicht mehr viel übrig zu sein. Johanna P. (23, Name geändert) würdigt ihren Ex-Verlobten keines Blickes. Während sie aussagt, schüttelt Muhammad D. (22) den Kopf, seiner Familie im Publikum zischt er mehrmals zu: "Sie lügt!" Der Staatsanwalt wirft D. vor, seiner Ex-Verlobten nach einer Partynacht ein Küchenmesser in den Bauch gerammt zu haben, weil sie die anstehende Hochzeit verschieben wollte. Eifersucht als Motiv? D. widerspricht: "Es war ein Unfall. Es tut mir unendlich leid." Seine Verteidiger Lutz Libbertz und Anja Aringer betonen, P. sei auch heute noch die große Liebe ihres Mandanten.

Der Fall laut Anklage: D., ein muskelbepackter Hausmeister und ehemaliger Drogendealer aus dem Hasenbergl, soll seine Freundin nach einem Streit über die anstehende Hochzeit mit der 19-Zentimeter-Klinge in deren Ebersberger Wohnung verletzt haben. Das Messer traf Leber und Magenvorderwand, verfehlte aber die Hauptschlagader. D. hat selbst den Sanka gerufen, das rettete seine Verlobte - und laut Staatsanwalt ihn vor einer Anklage wegen versuchten Totschlags.

Täter will Opfer das Messer entwendet haben

Der Angeklagte erzählt eine andere Geschichte. Johanna sei sehr betrunken gewesen an diesem Abend. Zurück in der Wohnung habe sie Sex gewollt, was er abgelehnt habe. Daraufhin habe Johanna ihm vorgeworfen, ständig mit anderen Frauen zu schlafen. Plötzlich sei sie mit dem Messer vor ihm gestanden. Er will es ihr abgenommen haben - sie aber habe weiter auf ihn eingeschlagen.

Beim Versuch, den Schlägen zu entgehen, sei es zu dem "Unfall" gekommen. Johanna sei ein "emotionaler und aufbrausender Mensch", sagt D. Schon Tage zuvor habe sie vor Wut über angebliche Nebenbuhlerinnen nach einem Messer gegriffen und in das gemeinsame Bett gestochen.

Johanna P. weist das vehement zurück. D. habe gedroht: "Wenn du mich verlässt, bringe ich dich um." P. sagt, seit der Tat nicht mehr ohne Antidepressiva schlafen zu können. Sie und ihre fünfjährige Tochter seien seitdem in psychiatrischer Behandlung.

tos

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare