Bund Naturschutz rügt Strategie

Laubholzbockkäfer sorgt für Ärger in der Stadt

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Kahlschlag gegen den Käfer: Arbeiter fällen Bäume an der Rübezahlstraße in Waldperlach. 

München - Der Bund Naturschutz (BN) lehnt die aktuelle Strategie zur Ausrottung des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) ab.

Derzeit werden gemäß EU-Verordnung alle Laubbäume im 100-Meter-Radius rund um einen Käferbefall gefällt und vernichtet. Die neuesten Funde in Riem belegen dem BN zufolge, dass man damit nicht erfolgreich sein könne, solange eine neue Einschleppung des Käfers nicht unterbunden werde.

So komme der billige Granit aus China Städte teuer zu stehen, betont der BN. Bei den Steinlieferungen reist der Käfer als blinder Passagier in der Palette mit ein. Erst vor wenigen Wochen wurde er auch im Hafen von Kelheim entdeckt. Mit den großflächigen Fällungen betreibe man jedoch eine Baumvernichtung, die der Käfer selbst niemals schaffen würde, so Christian Hierneis von der Münchner BN-Gruppe. „Wie lange soll das so weitergehen? Bis halb Bayern laubbaumfrei ist?“

Der BN fordert stattdessen, nur Bäume mit nachweislichem ALB-Befall  zu fällen. „Sonst verlieren wir überall unsere grünen Lungen und müssen trotzdem befürchten, immer wieder neue Käfer zu bekommen.“ Zudem wisse man nicht, ob und in welcher Anzahl der ALB nicht längst in weiten Teilen Bayerns vorkomme. „Die zuständigen Behörden müssen sofort Klarheit über die tatsächliche Verbreitung des Käfers schaffen.“ Der BN fordert dafür eine „Einsatzgruppe ALB“. 

Carmen Ick-Dietl

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