Prinz kriegt sein Flugzeug wieder

München - Thailands Kronprinz Maha Vajiralongkorn (58) kann mit seiner Boing 737 wieder vom Münchner Airport abheben. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Er muss eine Sicherheitsleistung von 20 Millionen Euro hinterlegen. Das entschied am Mittwoch das Landgericht Landshut.

Ausschlaggebend für die Freigabe des Jets war nach Angaben des Gerichts eine eidesstattliche Versicherung des Direktors der Behörde für zivile Luftfahrt in Thailand. Und die enthält offensichtlich die Bestätigung, dass der Prinz Eigen­tümer der Maschine ist – und nicht der thailändische Staat, gegen den sich der Pfändungsbeschluss richtet. 

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Mit der Freigabe der Maschine ist der Streit zwischen Insolvenzverwalter Werner Schneider und Thronfolger Vajiralongkorn noch nicht entschieden. Schneider will mit der Pfändung eine 30-Millionen-Forderung gegenüber dem thailändischen Staat durchsetzen. Mit einem entgültigen Urteil ist wohl erst in einigen Wochen zu rechnen. „Wir haben derzeit rund 250 offene Verfahren“, so Dr. Christoph Fellner, Vizepräsident des Landgerichts, „aber möglicherweise schieben wir für diesen Fall einmal einen zusätzlichen Verhandlungstag ein.“ 

Der Fuhrpark des Kronprinzen:

Der Fuhrpark des thailändischen Kronprinzen

Fellner geht davon aus, dass die Boing 737 des Prinzen faktisch erst in einigen Tagen freigegeben wird. Denn auch ein Kronprinz brauche ein paar Tage, bis er eine 20-Millionen-Euro-Bankbürgschaft auf den Tisch legen könne… Eilig hat es Maha Vajiralongkorn inzwischen aber wohl ohnehin nicht mehr. Am Dienstag landete eine zweite Boing 737 der thailändischen Luftwaffe in München, damit seine Königliche Hoheit endlich wieder mobil ist. Der Kronprinz fliegt die Maschinen in der Regel übrigens selbst. Und so, wie es aussieht, könnte seine dritte Frau, Prinzessin Srirasmi, bald seine Copilotin sein. Nach tz-Informationen ist sie gerade dabei, den Pilotenschein zu machen. Hintergrund der Pfändung war eine Forderung des inzwischen insolventen Baukonzerns Walter Bau gegen den thailändischen Staat. Es ging um 30 Millionen Euro im Zusammenhang mit einer bei Bangkok gebauten Autobahn.

Schneider, der Insolvenzverwalter des Augsburger Konzerns, hatte die Boeing (geschätzter Wert: 50 bis 75 Millionen Euro) in der vergangenen Woche am Münchner Flughafen pfänden lassen – seitdem steht der Flieger am Boden. Am Mittwoch sagte Schneider, er sei mit der Entscheidung des Gerichts zufrieden. Interessant sei für ihn jetzt, wer für die Sicherheitsleistung aufkomme.

Die Auseindersetzung mit dem Kronprinzen hat für Schneider allerdings persönliche Folgen. Er soll auf die Liste der „unerwünschten Personen“ gesetzt worden sein. Das erklärte Thailands Außenminister Kasit Piromya gegenüber The Nation. Das heißt: Nach Thailand darf Schneider nicht mehr einreisen.

WdP

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