Stundenlanges Schlangestehen vor dem Amt

KVR-Ärger: Das nervt die Münchner am meisten

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Riesen-Ansturm auf das KVR in der Ruppertstraße. Szenen wie diese gehören für Behördengänger in München mittlerweile zum Alltag.

München - Schwitzen, Zittern, Bluthochdruck: Ein Gang zum Kreisverwaltungsreferat löst bei vielen Münchnern Stresssymptome aus. Wir zeigen, was die Bürger an dem Amt am meisten nervt.

Stundenlanges Schlangestehen ist vor vielen Büros des KVR München an der Tagesordnung. Wegen des hohen Andrangs ist an manchen Tagen sogar bereits mittags Schluss mit der Nummernvergabe, damit die Mitarbeiter mit dem Abarbeiten der Bürger-Anliegen hinterherkommen. 

Dass das keine Dauerlösung ist, hat auch der scheidende Chef des KVR gemerkt: Sollten nicht bald mehr Sachbearbeiter kommen, „zerreißt es uns“, sagte Wilfried Blume-Beyerle gegenüber der tz.

Chaos-Verwaltungsreferat: Das sagen unsere Leser

Auf Facebook und über die Kommentarfunktion legen derweil unsere Leser ihre Sicht auf die chaotischen Zustände beim KVR dar. Und machen Vorschläge, was anders laufen sollte.

Am liebsten gar nicht mehr hingehen würde Nutzer „Paul“. Er kritisiert, dass zu wenige Serviceleistungen online möglich sind: „In anderen EU-Staaten ist das längst ein alter Hut.“ 

Besserung verspricht wenigstens die Personalaufstockung, die der Stadtrat inzwischen beschlossen hat, doch Leserin „Bea“ kritisiert die organisatorischen Probleme, die durch mehr Personal nicht zu lösen seien, zumal dies höhere Ausgaben mit sich bringe. Sie fordert eine teilweise Terminvergabe für die Behördengänge, um den Besucherandrang besser zu entzerren.

Ganz vorne in der Schlange mit einem einfachen Trick

Gar kein Problem sieht ein anderer Kommentierer. „Komisch. Meine Frau war heute am Bürgerbüro am Ostbahnhof“, schreibt er. „Und zwar eine Stunde vor Öffnung. Sie war die erste und nach zehn Minuten wieder fertig.“

Wer es schafft, sich schon um 6.30 Uhr morgens vor der Behörde in Stellung zu bringen, hat also gut lachen. Eine halbe Stunde später reicht nicht mehr, entgegnet ein anderer: Dann sei die Schlange schon „knapp 50 Meter“ lang. Abhilfe könne mit längeren Öffnungszeiten geschaffen werden. Das sehen viele Leser genauso und beklagen viel zu kurze Schalterzeiten.

Eine Baustelle, die nichts mit Personal oder Öffnungszeiten zu tun hat, kritisiert Nutzer „krakos“. Er fordert den Austausch des Stadt-Betriebssystems „LiMux. Auch Software-Probleme hatten im KVR für Chaos gesorgt.

Eine Facebook-Nutzerin hat für sich eine dauerhafte Lösung gefunden, dem Massenanstrum auf das KVR zu entgehen. Sie ist aus München weggezogen. Aufs Land, wo weniger los ist.

Lösungsansatz aus dem Orient?

Damit sich nicht noch mehr Münchner zu solch drastischen Maßnahmen gezwungen sehen, wartet ein Leser mit einer besonders cleveren Lösung auf. Diese verursacht kaum Organisationsaufwand, nur geringe Personalkosten und kommt ganz ohne Computer aus. Falls gar nichts mehr gegen den großen Ansturm auf die Behörde hilft, rät Leser „Toelz“ dem KVR: „Die sollten Schlangenbeschwörer einstellen.“

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