Wir stellen das österreichische Duo vor

Seiler und Speer in München: Fans betteln um Zusatzkonzert

München - Riesen-Ansturm auf Seiler und Speer in München: Das Konzert im Backstage war sofort ausverkauft, Fans betteln bei Facebook um Karten. Dabei war eigentlich alles nur ein Spaß.

+++ Update vom 29. Februar: Seiler und Speer werden ein weiteres Konzert in München geben

Tatü, tata, tatü, tata... Es ist schon angebracht, eine Warnung auszusprechen: Wer "Ham kummst" von Seiler und Speer einmal gehört hat, der kriegt es ums Verrecken nicht mehr aus dem Ohr. Ein Ohrwurm in feinstem Niederösterreichisch - und MEGA-erfolgreich.

Weit über zehn Millionen Aufrufe bei You Tube, in Österreich schon seit Wochen auf Platz 1 in den Charts, in Bayern haben sie es bei Bayern 3 an die Spitze geschafft - vor Adele und anderen Superstars - und das Konzert im Münchner Backstage war so wie beinahe die ganze Tour innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Und nicht nur das.

Die Fans laufen dem Backstage in München die virtuellen Türen ein. Auf Facebook reiht sich ein Post an den anderen: "Bräuchte unbedingt noch zwei Karten", "Seiler und Speer, wie wäre es mit einem Zusatztermin?". Die Österreicher schweigen sich darüber aus, auch unserer Onlineredaktion haben sie diese Frage leider noch nicht beantwortet.

Seiler und Speer zu dem Riesen-Erfolg: "Reine Spaß-Partie"

Aber: Das passt irgendwie. Man sagt dem Duo nämlich nach, dass sie gerade zu Anfang ihren Erfolg gerne so kommentiert haben: "wurscht". Das war gar nicht böse gemeint und schon gar nicht abwertend gegenüber den Fans. Nur war ein derartiger Hype, wie ihn nun das Album "Ham kummst" gebracht hat, niemals das Ziel. Sie wollen sich nicht "verkaufen", sie brauchen keine PR-Maschine, sagen sie. Und ihnen nimmt man das echt ab. Auf Interviewanfragen kommt auch mal keine Reaktion. In dieser Branche untypisch.

Manchmal, da sprechen sie aber mit den Medien. "Für uns war das alles eine reine Spaß-Partie", sagt Bernhard Speer in einem Interview gegenüber dem österreichischen Radiosender LT1. Deshalb auch die seltsame Aufmachung im Video von "Ham kummst". Seiler und Speer geben sich als die Anti-Sex-Symbole schlechthin. Sie treten als furchtbar greislige Hartz-IV-Typen mit Vokuhila und gelben Riesen-Zähnen auf und singen dieses Lied von dem Partner, der zu oft im Rausch daheim aufschlägt. So klingt das: "Letzte Nocht woa a schware Partie fia mi / Olle haums mi eiglodn, und do sogt ma ned na, na, na" (Wir werden das hier ganz bewusst nicht übersetzen). Und irgendwann dann eben: "Tatü, tata, tatü, tata..."

Darum gibt es die wilden Verkleidungen im Video von "Ham kummst"

Die Verkleidungen, die gehören dazu. Dabei sind sie in Wirklichkeit ganz nett anzuschauen, man glaubt es nicht. Das Motto: "Wir nehmen uns nicht so ernst, das sollen die Leute sehen." Das haben sie auch schon viel früher gemacht. Die beiden haben sich musikalisch 2014 zusammengetan: Christopher Seiler, der Kabarettist, und Bernhard Speer, der Filmemacher. Bereits vorher haben sie schon die österreichische Satire-Serie "Horvathslos" auf YouTube produziert. Christopher Seiler harzt in diesem Format als langzeitarbeitsloser Anton Horvath, der einer RTL-II-Nachmittagssendung entsprungen sein könnte, herum und fällt vor allem durch primitive Weltanschauung auf. Und Möchtegern-Herumhuren.

Die Serie lief gut, aber den Durchbruch brachte ganz klar erst "Ham kummst". Das Lied wurde sogar schon gecovert. Ein Remix wird sogar im Fernsehen gespielt. Na ja. Die Fans, die rechtzeitig Karten ergattert haben, dürfen sich am 28. April auf das Original und viele andere Kracher vom Album im Münchner Backstage freuen. Und wer weiß: Vielleicht klappt's ja noch mit einem Zusatztermin. Bei Seiler und Speer weiß man nie. Und das ist wunderbar so. 

Rubriklistenbild: © Screenshot You Tube

Kathrin Garbe

Kathrin Garbe

E-Mail:kathrin.garbe@merkur.de

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