Größer, höher, schöner?

Über diese Neubauten wird in München diskutiert

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75 Meter hoch soll der Bahnhofs-Turm werden.

München - Die Stadtgestaltungskommission muss sich Anfang Februar mit einigen Projekten beschäftigen. Die tz verrät, worum es geht.

München boomt – das heißt auch, dass viel gebaut wird: So plant Sport Schuster eine Erweiterung am Rindermarkt, für die zwei Häuser weichen sollen. An den Riem Arcaden ist ein Hotel geplant, in der Drygalski-Allee soll das alte Heizkraftwerk in ein Möbelhaus verwandelt werden. Und dann gibt es noch die Pläne für das Hochhaus am Hauptbahnhof. Viel Diskussionsstoff für die Stadtgestaltungskommission, die sich am 2. Februar mit diesen Projekten beschäftigt.

Rindermarkt: Neue Fassaden am Rindermarkt

Das Sporthaus Schuster, das vor allem an der Rosenstraße liegt, will sich am Rindermarkt erweitern. Dazu sollen die beiden Nachkriegsbauten am Rindermarkt, die im Innenhof an das Stammhaus angrenzen, abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Sechs Geschosse sind jeweils geplant. Eines der beiden Häuser ist jetzt schon Teil von Sport Schuster, das zweite beherbergt eine Bankfiliale und Büros. Für die neuen Fassaden lieferten ein Stuttgarter und ein Münchner Architekturbüro moderne Entwürfe. Angesichts der prominenten Lage will die Stadtkommission mitreden.

Riem-Arcaden: Abschluss für den Willy-Brandt-Platz

Vor den 2004 eröffneten Riem Arcaden am Willy-Brandt-Platz herrscht derzeit noch eine trostlose Leere. Dabei ist eine Parzelle an der Nordwestseite des Platzes noch unbebaut. Das städtebauliche Konzept sah schon vor 15 Jahren vor, dass hier ein Gebäude errichtet werden soll. Bislang tat sich wenig. Die Hamburger Union Investment will dort nun ein Hotel mit Geschäften errichten. Das Münchner Architekturbüro hat schon 2001 einen Entwurf für den Bau vorgestellt, der nun nochmals überarbeitet wurde. Jetzt wird darüber diskutiert, ob der Vorbau verwirklicht werden soll.

Drygalski-Allee: Kare will ausbauen

Im Sockelbau des ehemaligen Heizkraftwerks an der Drygalski-Allee eröffnete 2014 das „Kare Kraftwerk“ – der FlagshipStore des Münchner Möbelhändlers. Jetzt gibt es einen Entwurf des Münchner Architekten Markus Stenger für den Ausbau des Turmgebäudes. Die Investoren wollen noch ein 11. Stockwerk auf den Bau draufsetzen für Büros. Die beiden ursprünglich geplanten Betriebsleiterwohnungen im 10. Stock sollen ebenfalls in Büros umgewandelt werden. Gründe genug für eine neue Diskussion.

Bahnhofs-Turm: Sind 75 Meter zu viel?

Der Bayerische Landesdenkmalrat sowie Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle wollen den Bau des 75 Meter hohen Turms verhindern, den die Bahn dort nach den Plänen des Münchner Architekturbüros Auer+Weber vorsieht. Das Bauwerk würde die Baudenkmäler der Umgebung beeinträchtigen. Spaenle will den alten Bahnhof sogar grundsätzlich retten. Der Münchner Stadtrat hat den neuen Plänen aber bereits zugestimmt – auch mit den Stimmen der Rathaus-CSU. Tatsächlich sind mit dem 68 Meter hohen BR-Hochhaus sowie dem Hotel Deutscher Kaiser bereits Hochhäuser vorhanden, weitere folgen entklang der Bahnachse bis zum Hirschgarten.

JW

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