Vom Odeonsplatz zum Marienplatz

Pegida in München: Auch am Rosenmontag wurde demonstriert

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Pegida-Demo am Rosenmontag in München - die Bilder
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Pegida-Demo am Rosenmontag in München - die Bilder

München – Ab 19 Uhr startete die wöchentliche Pegida-Demo vom Odeonsplatz zum Marienplatz. Es kommen mehr Gegendemonstranten als Anhänger - und noch mehr Polizisten. Gegen Schluss kommt es zu Tumulten.

Es nieselt an diesem Montagabend, der Wind weht, außerdem ist Fasching. Trotzdem heißt es auch am Rosenmontag: Pegida-Demo in München. Sehr attraktiv scheint die Veranstaltung nicht zu sein: Noch kurz vor dem offiziellen Beginn um 19 Uhr sind geschätzt 60 Demonstranten am Odeonsplatz, gefühlt genauso viele Gegendemonstranten. 

Richtig los geht es mit lauten "Wir sind das Volk"-Rufen, dazu wehen Deutschlandfahnen. Unter lauten Pfiffen der Gegendemonstranten folgt die Bayernhymne. Anschließend wird vom Redner ein europäisches Land vorgestellt, Ungarn, das ein geeintes Europa erst möglich gemacht habe. Jede Woche soll jetzt ein anderes EU-Land vorgestellt werden. Die Gegenseite lacht.

Anschließend verurteilt der Redner "Hetze gegen Andersdenkende" und rechnet mit den Rundfunkgebühren ab. "Gottseidank gibt es nur einen islamischen Treffpunkt in München." Immer wieder unterbrechen Mikroprobleme den Redner, dann hallen "Nazis-raus"-Rufe über den Platz. 

Anhängerin aus Sachsen: "Und der Sturm wird von Pegida ausgehen"

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Nach offiziellen Zahlen der Polizei demonstrieren gegen 19.20 Uhr 80 Pegida-Anhänger. Ihnen gegenüber stehen 100 Gegendemonstranten. Deutlich in der Überzahl sind die Polizisten selbst, sie sind mit 250 Mann vor Ort. Die wenigen Besucher scheinen die Veranstalter nicht zu verunsichern. Eine Rednerin ist nach wie vor überzeugt, dass das politische Klima bald rauer wird: "Und der Sturm wird von Pegida ausgehen."

Ihr folgt eine weitere Frau. Die bezeichnet Gegendemonstranten als "Schulkinder, Studenten - Fratzen eben, ohne Anstand." Zu Wagners "Ritt der Walküren" setzt sich der Zug schließlich in Bewegung, die Leopoldstraße entlang. Ziel ist nicht, wie auf Facebook stand, der Marienplatz; stattdessen geht es einmal ums Karree und zurück zum Odeonsplatz, zur Abschlusskundgebung. "Merkel muss weg", skandieren die Demonstranten, "Festung Europa, macht die Grenzen dicht." Und am amerikanischen Konsulat "Ami go home."

Pegida auf dem Odeonsplatz: Antifa-Aktivist wirft Flasche auf Polizei

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Plötzlich wird es unruhig, auf der Maximilianstraße und vor der Oper spielen sich Jagdszenen ab: Linke Demonstranten versuchen, mit Antifa-Parolen zu stören, circa 20 von ihnen wollen dem Pegida-Zug in die Quere kommen. Polizisten zerren sie weg und schirmen die Demo ab. Und auch auf die "Besetzer" der Feldherrenhalle waren Antifa-Aktivisten. Diese können sich aber auch gegenüber der Staatsgewalt nicht benehmen. Eine Glasflasche wird in Richtung Polizei geworfen. Verletzt wurde zwar keiner der Beamten, nach Feststellung der Identität des Werfers wird jedoch eine Anzeige folgen.

Ein bisschen Fasching war übrigens doch an diesem Montagabend am Odeonsplatz: Eine Frau im gelben Pikachu-Kostüm hatte anfangs kostenlosen Tee verteilt, "Tee gegen Nazis".

Die Veranstaltung endet dann auch früher als gedacht. Von einem aufkommenden Winterregen lassen sich die Pegida-Demonstranten dann doch von ihrer Abschlusskundgebung abhalten. Am Ende spielt noch einmal die Nationalhymne - selbstverständlich untermalt von lauten Pfiffen der Gegenseite. Welche Strophe des Deutschlandlieds angestimmt wurde war auch nicht zu hören. Die Trillerpfeifen waren zu laut. Als die Pegida-Unterstützer dann den Odeonsplatz verlassen, werden sie von Trompetenmusik begleitet. Ein Gegendemonstrant spielt einen traurigen Marsch.

Europaweite Pegida-Demos sind spärlich besucht

Schon am Samstag war die europaweit angelegte Pegida-Kundgebung der islamfeindlichen Gruppierung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen kleiner ausgefallen, als sich die Organisatoren erhofft hatten. In München fand gar keine Veranstaltung statt. Dafür sollte der selbsternannte "Aufstand der Anständigen" am Montagabend fortgesetzt werden, in Form eines "Abendspaziergangs" vom Odeonsplatz zum Marienplatz.

Zuletzt hatte bei den Aufmärschen der Rechtspopulisten eine aufgeheizte Stimmung zwischen Demonstranten und Gegnern geherrscht. Auch Polizei und Pressevertreter waren teils übel angefeindet worden. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Polizei mit einem großen Aufgebot vor Ort war.

Lesen Sie auch zu dem Thema:

Aktivisten-Paar nach Blockade von Pegida-Demo vor Gericht

So wurde aus der eurokritischen AfD eine "rechtsradikale Partei"

kf/ja

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