Gastbeitrag von Margit Bittner

München, deine Radwege frustrieren mich jeden Tag

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Auf dem Rangierbahnhof fühlt sich Margit Bittner stellenweise wie im Dschungel,

München - Margit Bittner fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit, von Karlsfeld bis Moosach. Jeden Tag frustrieren sie Münchens Radwege. Tief hängendes Gestrüpp, Löcher im Asphalt, Kieswege. Ein Gastbeitrag. 

Die Äste kratzen im Gesicht. 

Die Sonne scheint, Feierabend und ich freue mich auf die Fahrt mit dem Radl nach Hause, die mich von Moosach nach Karlsfeld führt. Die Freude währt jedoch nicht lange, mitten auf dem Radweg Höhe Dehner ein fünf Zentimeter tiefes Loch quer über den Weg, das anscheinend niemand interessiert. Es war auch schon im vergangenen Jahr da. 

Hoffentlich kommt ihr jetzt niemand entgegen.

Mein Weg führt mich weiter bis zur Einmündung Ludwigsfelder Straße. Von dort geht es weiter über das Gelände vom Rangierbahnhof. Hier fühlt man sich stellenweise wie im Dschungel, schon im trockenen Zustand hängen die Äste in den Radweg, bei Nässe ist es noch schlimmer. Solange einem niemand entgegenkommt, kann man sich noch auf den Lenker legen und darunter durchkriechen, bei Gegenverkehr peitschen einem die Äste ins Gesicht.

Auf der anderen Seite führt mich mein Weg weiter durch den Allacher Forst. Nun heißt es Lenker festhalten, sonst schlägt es einem den aus der Hand. Im Gegensatz zu den Seitenwegen besteht der Hauptweg, der Allacher Forstweg, aus sehr grobem Kies und ist nicht gerade angenehm zu fahren. Die eine Spur ist mittlerweile zur Hälfte zugewuchert, auch das scheint keinen zu interessieren. 

Endlich ist die Marterstrecke zu Ende, da fängt die Pfützen-Rallye an. Hat es am Vortag geregnet, bleibt nur Durchfahren, da die Pfützen sich über die ganze Breite erstrecken. Ist auch diese Hürde genommen und ich habe wieder Asphalt unterm Reifen kommt schon der nächste Engpass und ich denke noch: Hoffentlich kommt mir jetzt niemand entgegen.

Den letzten Kilometer geht es mal ohne Frust, na immerhin.

Ich habe schon mehrere Wege ausprobiert, überall das Gleiche: vernachlässigte Radwege, unmöglich angebrachte Metallbügel, durch die man sich durchschlängeln muss. Auch der Weg über die Schredderwiesen ist keine Alternative. Dort ist der Radweg eine einzige Holperstrecke mit Pfützen, die Einmündung Schredderwiesen/Blütenanger ist grundsätzlich von Wohnwägen zugestellt, sodass man vom Radweg keine Sicht nach hinten auf den Verkehr hat.

Aus dem Stadtrat hört man immer wieder, die Leute sollen öfter mal das Auto stehen lassen. Aber um die Radwege kümmert sich keiner.

Diesen Gastbeitrag schrieb Margit Bittner.

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