tz-Serie: Platzt München aus allen Nähten?

Baby-Rekorde! So reagiert die Stadt

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Joanna (in grün) und Zwillingsschwesterchen Sophia machen ein kleines Nickerchen in der städtischen Frauenklinik Schwabing. Mama Veronika (36) und Papa Philipp E. (37) freuen sich über den doppelten Familienzuwachs.

München - Die tz dokumentiert in ihrer neuen Serie, wo es in München wirklich eng wird: Wir waren dort, wo vergangenes Jahr 17.000 Neu-Münchner ankamen: auf der Entbindungsstation.

Chefarzt Dr. Olaf Neumann: Seit 2008 haben sich die Geburten in Schwabing verdreifacht.

Mei sind die putzig …! Joanna (in grün, beim tz-Besuch vier Tage alt) und Zwillingsschwesterchen Sophia machen ein kleines Nickerchen in der städtischen Frauenklinik Schwabing. Mama Veronika (36) und Papa Philipp E. (37) freuen sich über den doppelten Familienzuwachs. „Wir wollten ein Geschwisterchen für unsere dreijährige Tochter Elena – jetzt sind es gleich zwei“, sagt das Münchner Ehepaar.

Im Laufe des Jahres werden noch viele weitere Neuzugänge in der Frauenklinik dazukommen. Zuletzt hat in München ein Geburtenrekord den nächsten abgelöst: 2015 kamen 17 143 Babys in der Stadt zur Welt. 2014 waren es noch 16 450, vor drei Jahren 15 951 Mädchen und Buben.

Alleine in der Schwabinger Frauenklinik hat sich die Zahl der Geburten 2015 (2300) im Vergleich zu 2008 (700) mehr als verdreifacht, sagt Chefarzt Doktor Olaf Neumann (50). Das habe auch mit dem Umbau der Wochenstation und Neubau des Kreißsaals 2009/2010 zu tun. Aber unbestritten ist: Die Münchner bekommen immer mehr Kinder – und die Kliniken müssen schauen, dass sie hinterher kommen.

Die Stadt habe auf den Geburtenboom gut reagiert und alle Geburtskliniken vor etwa eineinhalb Jahren an einem Tisch versammelt, so Neumann. In einem schon bestehenden Notfallsystem wurde auch die Rubrik „Geburtenhilfe“ neu organisiert. Jetzt können die Kliniken genau angeben, wie viele Plätze sie für werdende Mamas noch haben.

Die Krankenhäuser sprechen sich ab und nehmen sich im Notfall Patientinnen ab. Kurzfristig noch in eine andere Klinik verlegt zu werden – keine schöne Vorstellung für werdende Mütter. „Das kommt aber selten vor. Und wenn beispielsweise der Muttermund schon weit geöffnet ist, bleibt die Frau natürlich da“, so der Chefarzt.

Momentan seien die Kliniken auf einem Level, auf dem sie „keine großen Kapazitätssprünge“ mehr machen könnten. Doch die Stadt stellt sich auf weiterhin steigende Geburtenzahlen ein. Die Frauenkliniken in Schwabing und Harlaching sollen zukünftig die zwei großen Geburtenzentren in der Stadt bilden. Und werden dafür neugebaut.

Alleine in Schwabing sollen ab dem Herbst sechs statt bisher vier Kreißsäle entstehen… „Wir haben dann eine Kapazität von 3000 Geburten jährlich.“

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Ramona Weise

Ramona Weise

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