Münchner Kindl als Werbefigur missbraucht?

Warum sich die Stadtrats-SPD über "Alkoport" ärgert 

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Sie SPD im Rathaus beschäftigt sich mit dem Lieferservice "Alkoport".

München - Wein, Bier, Zigaretten oder ein „Warm Up“-Paket zum Vorglühen: Der Heimservice „alkoport“ liefert den Münchnern nachts Getränke wohin sie wollen. Auch mal 100 Flaschen Wodka auf einmal, wenn gewünscht – das geht aus dem Flyer des Dienstes hervor.

Genau dieser Flyer ist es, der jetzt die Rathaus-SPD auf den Plan ruft. Auf der Vorderseite des Werbezettels ist nämlich ein Symbol abgebildet, das wie das kleine Stadtwappen mit dem Münchner Kindl aussieht. Jetzt möchte die SPD-Stadtratsfraktion wissen: Ist die Verwendung des Wappens in diesem Fall rechtlich erlaubt? Gab es eine Genehmigung dafür? Und welche juristische Handhabe hat die Stadt gegen den möglichen Missbrauch?

Ein Alkoport-Ausfahrer inmitten seiner Produktpalette. Ein Werbelogo des Lieferdienstes, das dem Münchner Kindl gleicht, ärgert die Stadtrats-SPD.

Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl sagt: „Das Stadtwappen ist sowohl durch die sogenannte Stadtwappen-Satzung als auch die Gemeindeordnung geschützt. Für eine kommerzielle und werbliche Nutzungen wird nur eineGenehmigung erteilt, wenn dies im Interesse der Stadt liegt. Wir bezweifeln jedoch, dass die Stadt ein eigenes Interesse daran hat, dass die Münchnerinnen und Münchner daheim mit Wodka oder Zigaretten versorgt werden. Deshalb hat das Münchner Kindl auf dem Flyer des Lieferservices aus unserer Sicht auch nichts verloren. Schon seit dem Mittelalter ist der Mönch, als Urfigur des Münchner Kindls, auf städtischen Siegeln oder Flaggen zu finden. So ein ehrwürdiges Symbol darf nicht dadurch entwertet werden, dass es für kommerzielle Produkte oder Services als Werbegag herhalten muss.“

Der Fall erinnert die SPD an die „Stadtzigarette“, die mit dem Namen München und der Stadtsilhouette beworben wurde. Die Rechtsabteilung des Direktoriums hat die vertreibende Firma auf SPD-Anregung hin bereits mit einem Schreiben aufgefordert, Herstellung, Bewerbung und Vertrieb der „München“-Zigarettenpackungen einzustellen. Es spreche viel dafür, so eine SPD-Sprecherin, dass Namensrechte verletzt worden sind.

mm/tz

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