Wo Autofahrer jetzt aufpassen müssen

Der neue Super-Blitzer geht in Betrieb

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Hightech: Andreas Schaumaier (l.) und Michael Meister von der Münchner Polizei mit der neuen Anlage.

München - Wer bei Rot zu schnell über die Ampel fährt, hat bald ein doppeltes Problem. Denn in München kommt bald der Super-Blitzer, der beides messen kann. Wo Autofahrer künftig aufpassen müssen und wie das System funktioniert.

Aus der unscheinbaren grauen Säule mit den schwarzen Scheiben blitzt es bereits seit November des vergangenen Jahres. Doch wer in dieser Zeit an der Kreuzung Moosacher/Lerchenauer Straße bei Rot über die Ampel fuhr oder das Tempolimit überschritt, kassierte kein Bußgeld. Die digitale Verkehrsüberwachungsanlage, die sowohl Rotlicht- als auch Geschwindigkeitsverstöße aufzeichnet, befand sich im Testbetrieb. Damit ist jetzt Schluss. Von kommenden Mittwoch um Mitternacht an flattern Verkehrssündern Anhörungsbögen und Bußgeldforderungen ins Haus.

Das bayerische Innenministerium hat die Münchner Polizei damit beauftragt, die Hightech-Messanlage zu testen. Sollte sich das Modell als tauglich erweisen, wird es in ganz Bayern eingesetzt. Die ausgefeilte Technik hat ihren Preis: Eine Anlage kostet rund 100.000 Euro. Andere Bundesländer arbeiten bereits mit den Lasergeräten.

Polizeidirektor Andreas Schaumaier erklärt: „Die analogen Radarsysteme funktionieren auf der Basis von Filmen. Die neue Messanlage liefert Digitalaufnahmen, vergleichbar mit JPEG-Dateien.“ Unscharfe und verwackelte Bilder gehören dann der Vergangenheit an. In München gibt es derzeit noch zwei Anlagen des älteren Typs, die gleichzeitig die Geschwindigkeit und Rotlichtverstöße kontrollieren. Sie stehen an den Kreuzungen Dachauer Straße/Max-Born-Straße und Wasserburger Landstraße/Kreillerstraße. Der Standort für den neuen Blitzer musste mehrere Voraussetzungen erfüllen. Die Polizei hat sich beispielsweise angeschaut, wie viele Unfälle an den Stellen passieren, die infrage kommen, und geprüft, wo Auto- und Motorradfahrer besonders schnell unterwegs sind. „An der Moosacher/Lerchenauer Straße wird sehr häufig zu schnell gefahren“, berichtet Schaumaier. Dort sind maximal 60 Stundenkilometer erlaubt. „Obwohl wir die Anlage offensiv angekündigt hatten, ist noch eine ganze Reihe von Fahrzeugführern ziemlich in die Kreuzung reingerauscht. Das hat uns überrascht.“

Auch bei der neuen Anlage flammt kurz ein rotes, abgedämmtes Blitzlicht auf, wenn jemand in die Radarfalle fährt. Das Gerät überwacht die Kreuzung in allen vier Straßenrichtungen und erkennt auch genau, wer welchen Verstoß begangen hat, wenn zwei Fahrzeuge auf gleicher Höhe sind.

Auch Doppelverstöße werden geahndet: Fährt jemand deutlich zu schnell und ignoriert zusätzlich die rote Ampel, werden beide Ordnungswidrigkeiten im Bußgeldsatz addiert. In einem Jahr will das Polizeipräsidium München dem Innenministerium einen Erfahrungsbericht vorlegen.

Michaela Kakuk

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