Autos raus!

Zu hohe Abgaswerte: Grüne stellen radikale Pläne vor

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Die Landshuter Allee: Laut Deutscher Umwelthilfe sterben jährlich bis zu 1000 Münchner an den Folgen von Stickstoff-Emissionen.

München - Die Stadtrats-Grünen haben am Freitag einen Aktionsplan vorgelegt, um die zu hohen Stickstoffwerte in München künftig zu reduzieren.

Zwischen der EU und Bayern herrscht dicke Luft: Grund sind die viel zu hohen Stickstoffwerte in der Stadt. Die Stadtrats-Grünen wollen die Mengen des tödlichen Abgases reduzieren nach dem Motto: Autos raus! An der Messstation in der Landshuter Allee wurden 2015 im Schnitt 84 Mikrogramm Stickstoff pro Kubikmeter Luft gemessen, erlaubt sind nur 40 Mikrogramm! Deswegen läuft ein EU-Verfahren gegen Deutschland. 

Grünen-Fraktionschef Florian Roth.

Die deutsche Umwelthilfe klagte gegen den Freistaat, da die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten. Die Rathaus-Grünen unter Fraktionschef Florian Roth legten am Freitag einen Aktionsplan vor:

Citymaut: Wer mit dem Auto in die Umweltzone fährt, soll 4 Euro bezahlen, Diesel würde 5 Euro kosten, Diesel mit Euro-Norm höher als 6 sogar 8 Euro. Elektro- oder Wasserstoffautos, Anwohner, Gewerbe oder Notdienste wären ausgenommen.

Altstadtsperre: Die Altstadt soll autofrei werden. Anwohner, Taxis und Lieferfahrzeuge wären ausgenommen. Damit würden 2000 Parkplätze verschwinden und Platz für Freischankflächen machen. Es bleiben 5000 Parkplätze in Parkhäusern für die Anwohner übrig.

Höhere Parkgebühren: Seit 20 Jahren sind die Parkgebühren gleich geblieben. Wenn die Leute in der City mehr zahlen müssen, lassen sie das Auto eher stehen, so das Kalkül.

MVG-Mobilcard: Mit den Mehreinnahmen aus Citymaut und Parkgebühren soll ein 365-Euro-Ticket finanziert werden, das ab 9 Uhr für das ganze Jahr gelten würde.

Kontrolle des Lkw-Fahrverbots: Ab 2018 könnte auf dem Mittleren Ring Lkw-Maut kassiert werden. Damit könnte auch kontrolliert werden, ob Lkw das Durchfahrtsverbot umgehen.

Blaue Plakette: Mit ihr würden die größten Stickstoff-Sünder – vor allem Diesel – aus der Innenstadt ausgesperrt. Die bundesweite Einführung liegt auf Eis. Die Stadt soll Druck machen, dass sie kommt.

Umrüstung der MVG-Busse: Die Busflotte der MVG soll mit modernen Filtern nachgerüstet werden – das war bislang aus Kostengründen abgelehnt worden.

Car-Sharing ohne Diesel: Hierzu sollen Gesetze geändert werden.

Förderung der E-Mobilität: Hier gehe bei der Stadt kaum etwas voran, das soll sich ändern.

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