Das kleinste hat noch keinen Namen

Münchens 477 Dörfer: Die kuriosesten Fleckerl

München - München besteht aus 477 kleinen Dörfern, wie unser Daten-Team in einer exklusiven Karte illustriert hat. Einige Fleckerl haben ganz besondere Eigenheiten, stechen aus der Grafik heraus - oder eben nicht.

München besteht aus genau 477 Stadtvierteln. Eine interaktive Karte des Daten-Teams von Merkur.de und tz.de, die wir am Freitag veröffentlicht haben, zeigt Ihnen, in welchem Viertel Sie wohnen.

Hier soll es nun um die kuriosesten Fleckerl gehen.

Versteckt sich im Perlacher Forst: Die Dynamisch Psychatrsiche Klinik - auf der Stadtviertelkarte ist sie nur ein winziger Fleck. 

A bisserl unheimlich ist das Stadtviertel im Münchner Süden schon. Dieser winzige Fleck inmitten des Perlacher Forstes (ID 372) ist vom Rest der Landeshauptstadt komplett abgeschottet. Als eines von zwei Vierteln grenzt es an kein anderes. Es könnte Einsiedler, Außenseiter oder In Quarantäne heißen. In Wahrheit aber hat diese Einsamkeit ihren guten Grund. Unter den Dächern dieses riesigen T-Gebäudes, das zugleich das komplette Viertel einnimmt, werden schwer kranke Menschen behandelt. Es sind die Patienten der Dynamisch Psychiatrischen Klinik Menterschwaige. Ein äußerst spezieller Ort. Irgendwie unheimlich. Und (noch) ohne passenden Namen.

Das kleinste Stadtviertel Münchens, dafür mit Schießstand und Griechen-Restaurant.

Das kleinste Viertel (ID 305) hat ebenso keinen Namen und ist ebenso - wie die Dynamisch-Psychatrische - komplett von der Stadt München ausgegrenzt. Ein namenloser Außenseiter? Klingt bemitleidenswert. Ist es aber nicht. Das Mini-Viertel im Waldgebiet am Rande des Stadtteils Forstenried hat mit Schießstätte und griechischem Restaurant jede Menge zu bieten.

Das flächenmäßig größte Stadtviertel Münchens.

Am nördlichsten Zipfel der Bayerischen Landeshauptstadt liegt das größte Münchner Stadtviertel. Das Schwarzhölzl (ID 294), das auch Regattaviertel heißen könnte. Denn zwei Drittel der Oberschleißheimer Ruderstrecke ragen in diese Moos-, Wald-, Wiesen- und Ackerlandschaft hinein. Warum die Viertel-Grenze ausgerechnet durch das Ruderbecken hindurchführt? Ganz einfach: Die Grenze der Stadt München verlief schon vor der Grabung des Wasserbeckens an exakt dieser Stelle.

Das Viertel mit den meisten Ecken, der Riemer Park (ID 256). Eins, zwei, drei,..., 62!? Auf der Grafik ähnelt das eckigste Münchner Stadtviertel einem Schnauzbart. Direkt vor Ort zählt der weitläufige Landschaftspark zu den beliebtesten Freizeit-Anlagen der Stadt. Wald, Wiesen sowie der Riemer See laden Sommer wie Winter zum Verweilen ein. Und: Auch wenn diese flippigen Tierchen nicht mehr in Mode sind - im Riemer Park gibt's tatsächlich ein Teletubby-Land. Irgendwie kurios, dieses Viertel.

js

 

Machen Sie die roten Dörfer grün

Unser Aufruf an Sie, liebe Leser: Machen Sie die Stadtkarte grün! Leider finden sich auf unserer Karte immer noch rund 60 rote Fleckerl. Sie stehen für die Dörfer, die nach unseren Recherchen noch keinen offiziellen Namen tragen. Auch aus der langjährigen Geschichte gehen keine konkreten Informationen über eine mögliche Namensgebung hervor. Sie wissen es besser, kennen jemanden, der in diesen Stadtteilen lebt oder wohnen gar selbst dort? Dann schicken Sie eine E-Mail mit Ihrer Geschichte an lokales@tz.de oder erzählen Sie uns diese über unser Leserreporter-Tool - damit auch wirklich alle 477 Dörfer einen Namen tragen.

Rubriklistenbild: © Screenshot Grafik mhaas

Mehr zum Thema:

auch interessant

Kommentare