Interaktive Grafik

Exklusiv: Münchens 477 Dörfer - in welchem wohnen Sie?

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Die Stadt München, unterteilt in ihre 477 Viertel.

München - Hätten Sie es gewusst? München besteht aus genau 477 Stadtvierteln. Eine interaktive Karte des Daten-Teams von Merkur.de und tz.de zeigt Ihnen, in welchem Viertel Sie wohnen.

Die Stadt München ist in 25 Bezirke unterteilt. Von Altstadt-Lehel über Bogenhausen bis hin zu Laim. So weit, so gut. Das sollte selbst den „Zuagroasten“ bekannt sein. Was diese, aber auch viele urige Münchner, gewiss nicht wissen: Die Bezirke sind nicht nur in Bezirksteile, sondern auch Stadtviertel unterteilt. Genau genommen in 477. Der Beweis: Eine einzigartige Grafik, die das Daten-Team von Merkur.de und tz.de gebastelt hat. Und zwar mit offiziell hinterlegten Koordinaten aus dem Geodaten-Amt der Stadt München.

Funktion und Highlight der Karte

Beim Klick in die Karte zeigt sich die Stadt München zunächst in Form eines wirren Puzzles. Nicht abschrecken lassen! In der Tiefe verbirgt sich eine hochspannende Information. Nämlich: Hat Ihr Münchner Stadtviertel einen eigenen Namen? Finden Sie's heraus - mit einem weiteren Klick auf das jeweilige Viertel. Dann öffnet sich ein Zusatz-Fenster, mit oder ohne Viertelname.

Das kann die Karte: Zusatz-Fenster mit Viertelname, Suchleiste und Zoom-Option.

Falls Ihnen die Karte noch zu kleinteilig ist - kein Problem. Mit der Zoom-Option (Plus-Zeichen links oben) können Sie diese beliebig vergrößern. Und über die Suchleiste Ihr Stadtviertel noch einfacher finden. Einfach den Straßennamen eintippen und auf Enter drücken.

Offiziell sind die Stadtviertel nur durchnummeriert

Offiziell haben die 477 Münchner Stadtviertel gar keinen Namen, sind von Seiten der Stadt nur durchnummeriert. Und auch wir von Merkur.de/tz.de mussten bei einigen Fleckerln klein beigeben, haben weder in geschichtlicher noch gesellschaftspolitischer Hinsicht namenstaugliche Informationen gefunden.

Damit die Namenlosigkeit der 62 Viertel - alle rot markierten Fleckerln - bald Geschichte ist, sind Sie, liebe Leser, gefragt. Folgen Sie unserem Aufruf und sagen Sie uns, wie Ihr Viertel heißt.

So sieht die Viertelkarte der Stadt München aus. Die große Ziffer steht für den Bezirk, die kleineren drumherum für das Viertel.

Ein kritisches Thema also, diese Viertel-Taufe. Dabei wäre es so schön, für jedes Stadtviertel einen passenden Namen zu finden. Dieser Meinung ist auch Helmuth Stahleder, ehemaliger Vize-Chef des Münchner Stadtarchivs und Buchautor von „Von Allach bis Zamilapark“. Wenn sich einer mit Münchner Viertelnamen auskennt, dann er. Wir haben ihn an alter Wirkungsstätte gesprochen. Und Tipps bekommen, wo wir Antwort auf die wichtigsten Fragen in Sachen „Stadtviertel München“ bekommen: am statistischen Amt der Stadt München.

Machen Sie die roten Dörfer grün

Unser Aufruf an Sie, liebe Leser: Machen Sie die Stadtkarte grün! Leider finden sich auf unserer Karte immer noch rund 60 rote Fleckerl. Sie stehen für die Dörfer, die nach unseren Recherchen noch keinen offiziellen Namen tragen. Auch aus der langjährigen Geschichte gehen keine konkreten Informationen über eine mögliche Namensgebung hervor. Sie wissen es besser, kennen jemanden, der in diesen Stadtteilen lebt oder wohnen gar selbst dort? Dann erzählen Sie uns Ihre Geschichte über unser Leserreporter-Tool - damit auch wirklich alle 477 Dörfer einen Namen tragen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Münchner Stadtvierteln

Wann wurde die Stadt München in 477 Viertel untergliedert?

Peter Geißer, Vize-Chef des statistischen Amts der Stadt München: Er hält die Karte mit den Münchner Stadtvierteln in der Hand. Im Hintergrund ist ein Teil der Karte (die Arbeitsversion) von merkur/tz.de zu sehen.

„Die Untergliederung in Münchner Stadtviertel geht brutal weit zurück“, sagt Peter Geißer, Vize-Chef des statistischen Amts der Stadt München. Erste Viertelgrenzen stammen aus der Anfangszeit des 19. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit kommen auch die Namen Hackenviertel, Kreuzviertel, Angerviertel und Graggenauer. „Das Ganze ist dann über die Jahrzehnte hinweg historisch gewachsen“, sagt Geißer. Je größer die Stadt, desto mehr Viertel – klar. Seit wann genau die Stadt München in diese 477 Viertel untergliedert ist, wisse er aber nicht. „Ich kann nur sagen, dass die neuesten Viertel in der Messestadt Ost liegen.“ Festgelegt in den Jahren zwischen 2005 bis 2013 – nach Fertigstellung neuer Wohnanlagen.

Wozu braucht's diese Kleinteiligkeit überhaupt?

Perlach-Ramersdorf auf der Viertel-Karte von Merkur/tz.de.

Diese Frage kann Geißer wesentlich genauer beantworten. „Für die statistische Erfassung, für die Planung von Standortbestimmungen.“ Kurzum: Die Stadtverwaltung muss sehr genau wissen, wie viele Leute welcher Altersgruppe wo wohnen. Geißer erklärt das am Beispiel "Wie entwickeln sich die Zahlen der potenziellen Grundschüler im Bezirk Perlach-Ramersdorf? Ist dort der Bau einer neuen Grundschule notwendig?" Wenn ja, an welcher Stelle – eher im Norden, Süden oder doch zentral?

Laut Geißer wohnen in Perlach-Ramersdorf derzeit 112.060 Menschen. "Die verteilen sich wiederum auf 30 Viertel." Allerdings nicht gleichmäßig. „Deshalb ist es wichtig zu wissen, in welchem Viertel mehr, in welchem weniger Unter-Sechsjährige wohnen.“

Die Spanne der potenziellen Grundschüler in Perlach-Ramersdorf reicht derzeit von 13 bis 9000. Angenommen, dieser Bezirk bräuchte tatsächlich eine neue Grundschule, wäre der Standort am Viertel der 9000 Kinder wesentlich sinnvoller als am Viertel der 13 Kinder.

Ein anderes Beispiel für die Notwendigkeit einer Sozial-Raum-Analyse ist die Verteilung von Streetworkern in die sozialen Brennpunkte. „Oder wenn jemand eine neue Arztpraxis oder Apotheke aufmachen will“, so Geißer. Klar, dass sich Arzt oder Apotheker dort niederlassen, wo Bedarf herrscht.

Nach welchen Kriterien werden die Viertelgrenzen definiert?

Durch Haus und Hof verläuft diese Viertelgrenze am Rande des Ortsteils Großhesselohe, der zur Gemeinde Pullach gehört. Damit ist die Viertelgrenze zugleich die Außengrenze der Stadt München.

Eine feste Regel scheint es in Sachen Festlegung der Viertelgrenzen nicht zu geben. Geißer bestätigt: "Das kann ganz unterschiedlich sein." Das erklärt auch die wirren Formen der Münchner Stadtviertel. Mal verläuft die Grenze auf einer Straße, mal neben einer Straße, mal entlang eines Baches, mal entlang eines Kanals (auf der Karte nicht sichtbar). Mal sind die Grenzlinien rund, eckig, zickzack- oder ellipsenförmig. Ab und an teilt die Viertelgrenze sogar Haus oder Garten in zwei. Wie kann das sein? "Das liegt daran, dass die Viertelgrenze schon existiert hat, bevor dieses Haus gebaut wurde." Demnach wurde ausschließlich die Flurgrenze geändert, die Viertelgrenze dagegen beibehalten.

js

Michael Haas

Michael Haas

E-Mail:info@merkur.de

Fabian Geißler

E-Mail:info@merkur.de

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