Münchens OB über die Amok-Nacht

Reiter: "Unsere Stadt steht zusammen"

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Polit-Prominenz am Tatort: Münchens OB Dieter Reiter (M.) besucht gemeinsam mit Ministerpräsident Horst Seehofer (r.) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann besuchen den Ort des Amoklaufs.

München - Nach dem Amoklauf von München spricht OB Dieter Reiter über die Nachwirkungen der schrecklichen Tat. Er äußert sich auch zum Vorgehen der Polizei.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist tief bewegt, als er am Samstag am Tatort Blumen niederlegt: "Es sind schwere Stunden für München. Ich bin beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft und Solidarität der Münchnerinnen und Münchner. Unsere Stadt steht zusammen." Im Interview berichtet der SPD-Politiker, wie er die Amok-Nacht erlebte.

Sie haben die Nacht zum Samstag im Lagezentrum des Polizeipräsidiums verbracht. Was ging dort vor sich?

Dieter Reiter: Die Stimmung war natürlich angespannt. Im Lagezentrum liefen die Informationen zusammen. Die aktuellen Meldungen wurden eingeordnet und gegebenenfalls diskutiert. Bei über 4000 eingegangenen Hinweisen keine leichte Aufgabe. Die verantwortlichen Sicherheitskräfte haben äußerst ruhig, besonnen und planvoll agiert - bei dieser Gelegenheit nochmals mein großer Respekt.

Waren Sie erleichtert, als klar war, dass es sich nicht um einen terroristischen Anschlag handelt?

Reiter: "Erleichtert" ist ein völlig falsches Wort, angesichts der Situation. Für die Menschen, die ums Leben gekommen sind, für ihre Angehörigen und Freunde und auch für mich als Oberbürgermeister der Stadt, in der so eine schreckliche Tat begangen wurde, kann von Erleichterung keine Rede sein. Aber sicher ist eine solche Tat anders einzuordnen, als ein Terroranschlag.

In der Stadt haben sich am Freitagabend chaotische Szenen abgespielt. Hätte man die Bürger besser aufklären müssen?

Reiter: Wir haben uns bewusst entschieden, die gesamte Kommunikation bei der Polizei zu belassen, die hier wirklich sehr gute Arbeit geleistet hat. Nur so konnte sichergestellt sein, dass nicht unterschiedliche Informationen nach draußen gelangen. Die Polizei hatte zum Beispiel auch ein Infotelefon für die Bürgerinnen und Bürger eingerichtet, zusätzlich zu den Meldungen über die Medien und sozialen Netzwerke. Dass hier immer eine Abwägung stattfinden muss, wieviel Information kann ich nach draußen geben, was muss ich aus sicherheitstechnischen Gründen noch zurückhalten, um den potenziellen Tätern keine Hinweise zu geben, versteht sich von selbst. Der Polizei ist es dabei immer wieder gelungen, den richtigen Ton zu treffen und die Bürgerinnen und Bürger zu beruhigen.

Wird der Amoklauf Konsequenzen für Sie persönlich oder die Stadt haben, etwa in Hinblick auf das Oktoberfest?

Reiter: Ich gehe davon aus, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die genauen Hintergründe und Motive des Einzeltäters bestmöglich aufklären werden. Die Stadt steht hier mit den Sicherheitsbehörden in gewohnt engem Austausch.

Interview: Ulrich Lobinger

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