Temperatursturz steht uns bevor

Servus, Sommer! Münchner ziehen ihre Sonnen-Bilanz

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Die Zeit für Freibäder läuft wieder einmal ab: Bademeister Stephan K. fand diese Saison "absolut durchschnittlich."

München - In dieser Woche verabschiedet sich der Sommer aus München! Wir haben uns in der Stadt nach der Sonnen-Bilanz der Münchner umgehört.

Schöne Schlechtwetter-Bilanz - oder doch umgekehrt? Der Sommer 2016 ist ein Rekordsommer - behaupten zumindest Wetterexperten. Trifft aber nur global zu: Weltweit gesehen war es tatsächlich der wärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen! In München würden sich die Fachleute mit diesem Prädikat vermutlich schwer tun. Hier fiel die zweite Jahreszeit durchwachsen aus - und jetzt scheint sich der Sommer endgültig zu verabschieden. Die tz hat nachgefragt, wem der Sonnenschein gereicht - und wem es zu wenig geregnet hat.

Der Bademeister hat den Durchblick: Absolut durchschnittlich

Die 1,25 Millionen Besucher des vergangenen Jahres konnten die Freibäder heuer nicht knacken. 888.000 Wasserratten und Sonnenanbeter waren dieses Jahr in den Freibädern unterwegs. Stephan K. ist Bademeister vom Schyrenbad. Seine Bilanz des Sommers ist nicht gerade stürmisch: "Es war ein absolut durchschnittlicher Sommer für die Bäderbetriebe. Bis Sonntag haben wir noch geöffnet, wir nehmen die letzten sonnigen Tage also noch mit."

Der Schirm-Verkäufer findet: Zu wenig Regen

Für Meinrad Aumiller war es ein mittelmäßiger Sommer - allerdings aus einem ganz anderen Grund. Der Ladenbesitzer verdient sein Geld mit schlechtem Wetter. Er verkauft nämlich Schirme! "Es hätte besser - also regnerischer - sein können. Meine Bitte an die Wetterfee: viel Regen! Aber bitte schön tagsüber, denn nachts bringt er mir rein gar nichts!", sagt der Ladenbetreiber. Aber sein sonniges Schmunzeln hat sich der 54-Jährige bewahrt …

Der Unfall-Chirurg gibt Entwarnung: Nichts Besonderes

Hunderte Patienten mit Kreislaufbeschwerden, mehrere mit Hitzschlag oder Sonnenbrand! Das war der Sommer 2015, die Mitarbeiter der Notaufnahmen kamen kaum zur Ruhe. Und heuer?"Es war nicht besonders auffällig", sagt der Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie an den städtischen Kliniken, Eduard F. J. Höcherl. Auch bei den Krankenhäusern der Technischen Universität nichts Ungewöhnliches - meistens waren es Fahrradunfälle.

Der Sonnenanbeter stöhnt: Ich hasse Kälte

Für Sonnenanbeter Rolf (63, Architekt) hat es zu viel geregnet. Er mag den Sommer lieber durchgehend heiß: "Nach jedem Regen muss man immer mindestens einen Tag warten, bis die Wiesen wieder trocken sind und man sich drauflegen kann. Auch der Starnberger See war durch den Regen so hoch, dass kaum noch Liegefläche da war. Ich liebe Wärme, ich hasse Frieren! Für mich dürfte der Sommer noch bleiben."

Eismann ganz cool: Mal so, mal so

Aus Sicht von Matthias Münz war es eine schwierige Saison: "Es gab zwei Tage schönes Wetter, dann wieder schlechtes. Manchmal hatte ich zu wenig Mitarbeiter, und tageweise hätte ich gar keine gebraucht", sagt der "Verrückte Eismacher". Verkauft hat er dennoch Eis - die verrücktesten Sorten! "Es war mal wieder ein Weißwurst-Sommer", sagt Münz und lacht. Weißwurst-Eis hat sich tatsächlich erneut mit am besten verkauft - neben dann im Vergleich fast schon langweiligen Apfelmus-Pfannkuchen.

Die Isarretterin ist gestresst: Sieben Einsätze

Es war ein regenreicher Sommer, die Isar allzu oft reißend. Das haben die Isarretter heuer besonders zu spüren bekommen. "Wir mussten sieben Mal zu Wasser-Rettungen ausrücken", sagt Vorsitzende Daniela Haupt. "Das ist signifikant, in normalen Sommern haben wir fast gar keine solchen Einsätze." Heuer aber wollten viele Ausflügler mit dem Schlauchboot auf die Isar - und unterschätzten den durch Regenfälle reißenden Fluss.

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