E-Fahrzeuge, Isarring, U-Bahnen

Diese Verkehrs-Baustellen muss München dringend angehen

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Baustelle in München: Am Isarring kommt ein echter Nerventest auf die Autofahrer zu.

München - Auf die Stadt und besondere ihre Einwohner kommen so einige Baustellen zu. Auf dem Isarring ist in den kommenden Wochen Geduld gefragt.

München braucht ein funktionierendes Verkehrssystem. Doch genau da hapert es zunehmend: So hat die U-Bahn immer mehr Probleme, einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten - als ob S-Bahn-Ärger nicht genügen würde. Viele Engpässe im Straßennetz behindern den Verkehr, am Isarring wird einer entschärft, was in der Bauzeit neue Probleme bereitet. Und bei der Elektromobilität kommt die Stadt auch nicht wirklich vom Fleck. Die tz erklärt, wo es nicht rund läuft.

E-Fahrzeuge

E-Busse sind in München unterwegs.

Rund ums Thema Elektromobilität ist es in den vergangenen Wochen etwas ruhiger geworden: Das 22-Millionen-Förderprogramm der Stadt für den Umstieg auf E-Autos liegt auf Eis, weil es wegen eines bereits bestehenden Programms des Bundes rechtlich noch Klärungsbedarf gibt. Die CSU im Stadtrat will das Geld nun anders nutzen. In einem Antragspaket fordert die Fraktion Stadt und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf, ihre Fahrzeug-Flotten auf E-Mobilität umzustellen.

Bis 2030 sollen nur noch Elektrobusse der MVG unterwegs sein. "Nach dem gleichen Prinzip soll die Stadt München den eigenen Fuhrpark umstellen", sagt CSU-Vize Manuel Pretzl. Zudem soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Damit würde der Umstieg erleichtert. "Die Menschen müssen überall Strom zapfen können." Bis 2017 sollen deshalb zusätzlich zu den vorgesehenen 100 Ladesäulen noch einmal 100 dazu kommen. Auch an geeigneten Taxistandorten sollen mehr Ladestationen aufgestellt werden. Bei Anwohnerparkgaragen wäre Potential für die Ladeinfrastruktur.

E-Fahrzeuge könnte dann günstiger oder umsonst parken. "Wir investieren damit in die Lebensqualität Münchens", sagt Bürgermeister Josef Schmid. "E-Mobilität ist eine Zukunftstechnologie, auf die wir bauen."

Isarring

Der nächste Nerventest: Am Isarring wird ab jetzt gebaut - und diesmal mit Einschränkungen für den Verkehr. Das Baureferat richtet bekanntlich eine dritte Fahrspur zwischen der Einmündung Ifflandstraße und der Ausfahrt zur Dietlindenstraße ein. Bisher lief das, ohne dass der Verkehr zu leiden hatte. Doch das ist nun vorbei!

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist die Auffahrt aus der Ifflandstraße zum Isarring in Richtung Schwabing ab 21 Uhr komplett dicht. Von 23 Uhr bis 5 Uhr ist dann der Ring in Richtung Schwabing ab dem Effnerplatz beziehungsweise der Einfahrt zum Effnertunnel gesperrt. Und von 2 bis 4 Uhr geht auf dem Isarring auch in Gegenrichtung (Bogenhausen) ab der Ungererstraße und Dietlindenstraße nichts mehr.

Dann wird die Hauptbauphase eingeläutet, die Verkehrssicherungseinrichtungen umgebaut, die provisorische Ampel entfernt. Die Arbeiten beginnen dann erst und dauern voraussichtlich bis Mitte Oktober. Bis dahin bleibt in Fahrtrichtung Schwabing nur noch eine von zwei Fahrspuren frei. Zusätzlich sind die Einfahrt vom Effnerplatz und die Auffahrt von der Ifflandstraße in Richtung Schwabing gesperrt. Die bekannten Umfahrungen werden überlastet sein, die Stadt rät daher: Soweit möglich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen!

U-Bahn

Die U-Bahn bereitet Sorgen.

Verspätungen bei der U-Bahn waren insbesondere auf den Linien U4, U5, U3 und U6 in den vergangenen Wochen an der Tagesordnung. Nun reagiert die Politik: FDP, Freie Wähler, Bayernpartei, HUT und Piraten fordern in Anträgen Aufklärung und fragen, was getan werden kann, um die Situation zu verbessern. Der Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Matthias Korte, will der detaillierten Prüfung der Fachleute nicht vorgreifen, räumt aber ein: "In den vergangenen Wochen war es schon so, dass es nicht so rund gelaufen ist."

Das habe seiner Kenntnis nach mehrere Ursachen. U3 und U6 sind die am meisten ausgelasteten Linien, beide im Berufsverkehr an der Grenze der Kapazität. Sie befördern die meisten Fahrgäste im dichtesten Takt. "Da reicht dann eine Kleinigkeit, um alles ins Stocken zu bringen." Und davon gab es in den vergangenen Wochen reichlich. Diverse Bauarbeiten, Notarzteinsätze, Störungen an den Stellwerken. "Mir ist völlig klar, dass der Fahrgast sich dann ärgert", sagt Korte. "Uns wäre es auch lieber, wenn alles rund läuft."

S. Karowski

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