Neues Lokal im Bahnhofsviertel

Restaurant "Kiss" - der kleine Bruder vom "Kismet"

Restaurant/Bar Kiss in der Landwehrstr. 44; Betreiberin Sandra Forster
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Gastronomin Sandra Forster vor der Bar in ihrem neuen Restaurant "Kiss".

München - Das schicke orientalische Restaurant „Kismet“ in der Altstadt läuft so gut, dass Betreiberin Sandra Forster nun den Ableger „Kiss“ aufgemacht hat – im weniger feinen Bahnhofsviertel. Zudem plant sie einen neuen Club, nachdem das „Kong“ Geschichte ist.

Ein orientalisches Restaurant eröffnet im Bahnhofsviertel – an sich nichts Besonderes in Münchens „Klein-Istanbul“, wo sich Shisha-Bar an Döner-Imbiss reiht. Doch das „Kiss“ ist anders: an den großen Fenstern keine Werbe-Aufkleber, über dem Eingang nur der filigrane Namensschriftzug des Lokals. Verantwortlich zeichnet Gastronomin Sandra Forster, die bereits mehrere angesagte Restaurants in der Stadt betreibt, darunter das schicke „Kismet“ in der Löwengrube nahe der Frauenkirche. Das laufe so gut, sagt Forster, dass sie im Februar auch noch das „Kiss“ aufgemacht hat, den „kleinen legeren Bruder“ sozusagen.

Aber wieso ausgerechnet im Bahnhofsviertel? Ganz einfach: weil dort etwas frei wurde. „In München ist man froh, überhaupt etwas angeboten zu bekommen“, sagt Forster, eine zierliche blonde Frau mit auffälligem Goldzahn. Die Münchnerin, Jahrgang 1974, hat früher ihr eigenes Tattoo-Studio gehabt, heute betreibt sie neben Restaurants auch Yoga-Studios und hat ein veganes Kochbuch geschrieben. Als der Kulturverein Theatergemeinde (TheaGe), der seinen Sitz im Bahnhofsviertel hat, ihr nun die Räume an der Landwehrstraße 44 anbot, sagte sie nicht nein.

Das freut vor allem „TheaGe“-Geschäftsführer Michael Grill. „Hier im alteingesessenen Multikulti-Viertel mit vielen Moscheen in den Hinterhöfen siedeln sich wieder viele Grafiker, Architekten und Künstler an“, erzählt er. Das „Kiss“ könne künftig als Begegnungsort dienen, „für junge Kreative und die türkisch-orientalische Szene“.

Ein Begegnungsort für junge Kreative und Alteingesessene aus dem Viertel

Das Essen könnte da ein erster Anknüpfungspunkt sein: Im „Kiss“ stehen wie im „Kismet“ orientalische Speisen auf der Karte – jedoch nicht festgelegt auf eine bestimmte Region. Und: Alle Gerichte sind vegetarisch. Als „Mezze“, Vorspeise (5,50 Euro), gibt es etwa Paprika-Walnuss-Mousse oder Rote-Bete-Creme mit Ziegenfrischkäse, dazu geröstetes Fladenbrot. Beim Mittagsmenü für 8,50 Euro kann der Gast sich sein Gericht aus einem Hauptgang, einer Beilage und einem Dip selbst zusammenstellen. Heraus kommen individuelle Kreationen wie Seitan-Döner mit grünem Couscous und Gurkenraita oder Linsenfalafel mit Salat und Pflaumenchutney. Die Portionen sind nicht riesig, schmecken aber und lassen auch Nicht-Vegetarier ihre Fleischeslust vergessen.

Wer mag, setzt sich nach dem Essen noch an die verspiegelte Bar. Auf einer Extra-Karte gibt es eine große Auswahl an Raki und Arak – Anisschnaps aus der Türkei, dem Libanon, Israel oder Tunesien. „Den mag nicht jeder“, sagt Forster und lacht. „Aber wir wollten ein Alleinstellungsmerkmal haben.“

Das "Kong" bekommt einen Nachfolger - die Eröffnung soll im Herbst sein

Anfang Februar hat das „Kiss“ eröffnet – Ende Februar hat das „Kong“ geschlossen. Auch bei dem beliebten Elektro-Club an der Prielmayerstraße hatte Forster ihre Finger im Spiel. Das Aus kam überraschend – standen die Partygänger doch jedes Wochenende Schlange vor dem Laden. „Gerade weil alles so wunderbar läuft im Moment, haben wir diesen Zeitpunkt dafür gewählt.“ So verkündeten die Betreiber im Januar auf Facebook das Ende des „Kong“. „Wir wollen für immer stolz und glücklich auf eine großartige Zeit mit unfassbaren Erlebnissen zurückblicken und uns an den nebelverhangenen Erinnerungen ergötzen.“

Doch Forster verrät: Das „Kong“ soll einen Nachfolger bekommen. Jedoch keinen kleinen Bruder, sondern eher eine große Schwester. „Wir wollten etwas Größeres“, erzählt die Gastronomin. Die passenden Räume haben sie und ihre Mitstreiter bereits gefunden. Wo, das will sie noch nicht sagen, aber wenn alles gut geht, soll bereits im Herbst die Einweihungsparty steigen. In den neuen Club soll anders als beim „Kong“ auch ein Restaurant integriert werden.

Das „Kiss“, Restaurant und Bar an der Landwehrstraße 44, hat dienstags bis samstags von 12 bis 15 Uhr sowie von 18 bis 2 Uhr geöffnet. Reservierungen unter der Telefonnummer 089/ 59 98 97 95.

Janina Ventker

Janina Ventker

E-Mail:janina.ventker@merkur.de

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