„Händler haben eine gewisse Verantwortung“

Münchner Halloween-Laden: Nicht jeder bekommt eine Clowns-Maske

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Welche Maske darf’s denn sein?: Alex Palic vom „Halloween Gore Store“ hat eine große Auswahl – verkauft aber nicht um jeden Preis. 

München - Verkäufer in Münchner Halloween-Geschäften passen auf, wer Clowns-Masken kaufen will. Eine amerikanische Kette nimmt die Verkleidung sogar aus ihrem Sortiment.

Gerade in der Zeit vor Halloween am 31. Oktober ist die Nachfrage nach Gruselmasken, Kostümen und falschem Blut groß. Das vermehrte Auftreten von sogenannten Grusel-Clowns in Deutschland und seit diesem Wochenende auch in München wirft natürlich ein neues Licht auf den Kauf und Verkauf von Clowns-Masken.

Alex Palic, 41, Geschäftsleiterin vom „Halloween Gore Store“ in der Müllerstraße 54, hat nach eigenen Angaben in den letzten Tagen nicht mehr Clowns-Masken als sonst verkauft. „Clownsmasken waren schon immer sehr beliebt“, sagt Palic. Vor allem Figuren aus Film und Fernsehen, wie Twisty, der Clown aus der Serie „American Horror Story“, sind ein beliebtes Motiv bei der Kostümwahl. Doch vor allem seit die Grusel-Clowns Angst und Schrecken in Deutschland verbreiten, macht sich auch Alex Palic beim Verkauf der Masken ihre Gedanken. „Besonders bei Jugendlichen frage ich immer nach, wofür sie die Masken brauchen“, beteuert Palic. Sobald sie das Gefühl hat, dass es in eine bedenkliche Richtung gehen könnte, verzichtet sie lieber auf den Verkauf, sagt sie. „Da haben wir schon eine gewisse Verantwortung.“

In Amerika wurden derweil Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen. Die Supermarkt-Kette Target hat sämtliche Clowns-Kostüme aus ihrem Sortiment genommen – sowohl im Online-Shop als auch in den Geschäften. Die Fastfood-Kette McDonald’s zieht ebenfalls als Reaktion auf die „creepy clowns“, wie sie im Englischen genannt werden, ihr Maskottchen, den Clown Ronald McDonald, aus dem Verkehr. Eine Schule in Connecticut hat für das kommende Halloween-Fest jegliche Art von Clowns-Kostümen verboten.

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Inzwischen hat sich auch der amerikanische Schriftsteller Stephen King über den Online-Dienst Twitter zu Wort gemeldet. Einige hatten die ersten Auftritte von Clowns als PR-Aktion für die Neuverfilmung seines Bestsellers „Es“ mit dem Clown „Pennywise“ gedeutet. King meint, die Menschen sollten „mal halblang machen mit dieser Clown-Hysterie“. Für ihn sind Clowns in erster Linie etwas Heiteres und dafür da, Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Dass es auch in Deutschland in der Nacht zu Allerheiligen zu einem vermehrten Auftreten von maskierten Unbekannten kommen könnte, will die Münchner Polizei nicht bestätigen. Alex Palic und ihre Mitarbeiter wollen im Vorfeld auf jeden Fall genau darauf achten, wem sie derzeit Clowns-Masken verkaufen. 

Lisa-Marie Birnbeck

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