21 Menschen bei Unfällen gestorben

Münchens Verkehrstote: Das sind die Opfer hinter den Zahlen

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Zwei der Verkehrstoten: Fußgänger Ömer S. (links) und  Emrah S.

München - Die Polizei hat den München Verkehrsbericht vorgestellt. Die tz zeigt die Opfer hinter den Zahlen.

In keiner deutschen Großstadt sind die Straßen so sicher wie in München – trotzdem sind bei uns im vergangenen Jahr 21 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. „Das sind acht weniger als im Vorjahr und 21 Menschen zu viel“, sagt Polizeivizepräsident Werner Feiler, der am Freitag den Verkehrsbericht vorstellte. Die wichtigsten Entwicklungen:

Statistisch gesehen ereignet sich in München alle neun Minuten ein Verkehrsunfall. Die Gesamtzahl der Unfälle ist um 0,4 Prozent minimal angestiegen. Über die Hälfte der 54.786 Unfälle waren Kleinunfälle, bei denen es lediglich einen Blechschaden gab. Um 4,7 Prozent ist die Zahl der Unfallfluchten gestiegen.

Bei den Verletzten ist ein Rückgang um 1,4 Prozent und bei den Schwerverletzten sogar um 9,7 Prozent zu verzeichnen. 65 Prozent der Verletzen sind Radler oder Fußgänger. Haupt­ursachen sind Abbiegefehler, Vorfahrtsmissachtung, falsches Verhalten der Fußgänger oder überhöhte Geschwindigkeit.

21 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. 15 von ihnen waren Radler oder Fußgänger, die in der Mehrheit der Fälle eine Mitschuld trugen. Die Zahl der getöteten Motorradler hat sich von zwei auf vier verdoppelt. Keiner der getöteteten fünf Radler trug einen Helm. Zwei starben an den Folgen ihrer schweren Kopfverletzungen.

Bei fast einem Fünftel aller Radlunfälle verunglückten die Radler ohne Fremdbeteiligung. Auffällig ist die Steigerung um 15 Prozent bei Alkoholstürzen. „Wenn einer mit 1,59 Promille aufs Rad darf, ist das gefährlich. Die Alkoholgrenze für Radler muss gesenkt werden“, sagt Feiler.

Biker Emrah S.

Emrah S. (28) aus Pasing starb, weil ein Jeep-Fahrer ihm die Vorfahrt genommen hatte.

Am 18. Mai um 20.40 Uhr missachtete ein Jeep-Fahrer auf Höhe der Landsberger Straße 240 das Stopp-Zeichen und bog verbotenerweise links ab. Biker Emrah S. (Artikelbild) krachte frontal in den Jeep: Emrah starb mit nur 28 Jahren. Sein Freund Festim (24) wird ein Leben lang unter den Unfallfolgen leiden.

Radlerin ­Carmela S.

Radlerin ­Carmela S.

Zwei Tage vor ihrem Tod hatte Carmela S. noch mit ihrer Familie Geburtstag gefeiert. Am 30. Juli war die 69-Jährige mit ihrem blauen Radl auf dem Weg zu ihrer Osteria an der Fasaneriestraße. Bei der Donnersbergerbrücke an der Kreuzung zur Arnulfstraße übersieht ein Lkw-Fahrer die Italienerin: Er erfasst sie beim Rechtsabbiegen und verletzt sie tödlich.

Fußgänger Ömer S.

Ömer S. hatte keine Chance, als er am 19. Januar kurz vor Mitternacht von einem Audi S3 erfasst wurde, der zu schnell fuhr: Der Architekt starb noch auf der Sonnenstraße. Der Türke wusste nicht, dass es eine Unterführung gibt.

Jasmin Menrad

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