Kritik am Heimatdorf-Image

Münchner Musiker will München verklagen

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Viel Platz für Subkultur wie im Viehhof gibt es in München nicht, kritisiert der Elektro-Jazz-Musiker Sebastian Schnitzenbaumer. 

München - Der Elektro-Jazz-Musiker Belp vermisst die Subkultur in seiner Heimatstadt. München werde nur noch als sauberes Weltdorf wahrgenommen. Das sei für den Musiker sogar geschäftsschädigend.

Oktoberfest, BMW und FC Bayern: München wird heute nicht mehr als differenzierte Großstadt wahrgenommen, sondern nur mehr als glänzendes Idyll - da ist sich der Musiker Sebastian Schnitzenbaumer sicher. Deshalb will er nun die Landeshauptstadt verklagen, das sei aber eher symbolisch gemeint, berichtet das bayerische Jugendmagazin PULS.

Münchens Image sei für ihn geschäftsschädigend

Der Elektro-Jazz-Musiker Schnitzenbaumer alias Belp klagt, dass es schwierig sei, seine Platten in der deutschen Musikszene zu verkaufen. Das liege allerdings nicht an deren Qualität, sondern vielmehr an deren Herkunft: München. Er kritisiert, dass sich die Landeshauptstadt im Glanz des sauberen Weltdorfs sonne. Und sie deshalb in der Welt nur mehr als CSU-Hausen wahrgenommen wird. Das sei geschäftsschädigend für Münchens subkulturelle Szene und Schnitzenbaumers Label Schamoni-Musik

Schnitzenbaumer will eine Diskussion über Münchens Subkultur anregen

München habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Von den einstigen Schwabinger Krawallen, wo sich rund 40.000 Jugendliche Straßenschlachten mit der Polizei lieferten, ist wenig geblieben. Deshalb möchte der Musiker Belp nun gegen die Stadt klagen und eine Diskussion anregen, was sich in München ändern muss. Ein Kampf für die Münchner Subkultur.

Veranstaltungsreihe:

Am 12. Oktober starten der Elektro-Jazz-Musiker und andere Münchner Kulturschaffende dafür die Veranstaltungsreihe "Monokultur München" in der Favoritbar, Damenstiftstraße 12.

mm/tz

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