Das Geld wird knapp

MVV schickt Brandbrief nach Berlin

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Poker um Geld: Fahrgäste am Fahrkartenautomaten.

München – Verkehrsverbünde in fünf großen Ballungsräumen, darunter der Münchner MVV, sorgen sich um die Zukunft des Regional- und S-Bahn-Verkehrs.

Sie fordern in einem gemeinsamen Positionspapier vom Bund eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel von 7,3 auf 8,5 Milliarden Euro jährlich. Außerdem müsse der Betrag künftig um zwei Prozent im Jahr steigen. Das sei wichtig, um „auch künftig die Erfolgsgeschichte im MVV fortschreiben zu können“, erklärte MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag.

Die Forderung nach mehr Geld für den Nahverkehr ist nicht neu – auch der Beirat der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat sie im Januar aufgestellt. Die BEG erhält derzeit jährlich 966 Millionen Euro vom Bund. Damit muss der gesamte Schienenverkehr finanziert werden. Weil die DB Netz AG aber ihre Netzentgelte – der Betrag, den Bahnunternehmen für die Benutzung der Schiene zahlen müssen – fortwährend erhöht, wird der Spielraum der BEG immer enger. BEG-Chef Johann Niggl hat erst kürzlich vorgerechnet, dass schon zwei Drittel der bayerischen Regionalisierungsmittel durch Abgaben an DB Netz und ihre Schwester DB Station und Service (zuständig für die Bahnhöfe) gebunden sind. Immer weniger Geld ist für die Bestellerentgelte da – also die Summe, die die BEG an Bahnunternehmen weiterreicht und damit deren Angebot bezuschusst.

Derzeit ist offen, ob die Verkehrsverbünde im Bundestag mit ihrer Forderung durchdringen. Die Abgeordneten führen im Februar eine Anhörung zur Frage durch, wie das Regionalisierungsgesetz geändert werden könnte. Im Raum steht auch, es im Zuge einer generellen Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen ganz abzuschaffen – was aus Sicht des MVV aber fatal wäre. Im letzter Konsequenz würden das die Fahrgäste spüren – durch eine Erhöhung der Ticketpreise.  

dw

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