Nach Attacke 

4000 Kameras zeichnen S-Bahn-Betrieb auf

230 Mitarbeiter der DB-Sicherheit sind ausschließlich für die S-Bahn im Einsatz. Foto: Ruder

München - Gewalttaten haben nicht zugenommen – Attacken wie am Samstag sind „absolute Ausnahme“.

Brutale Attacken wie am Samstag, bei der ein 17-Jähriger einem 51-Jährigen in einer S-Bahn mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben soll, sind die absolute Ausnahme. Das betonen sowohl Polizei als auch Bahn. Nach ihren Angaben haben die Gewalttaten in den vergangenen Jahren nicht zugenommen. Etwa eine halbe Million Reisende sind täglich am Hauptbahnhof unterwegs. Im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei – an Bahnhöfen und in Zügen in der Stadt, im Landkreis München sowie in zehn angrenzenden Landkreisen – wohnen etwa drei Millionen Menschen. Im Schnitt werden am Tag drei Gewaltdelikte begangen. Diese Zahl ist nach Angaben eines Sprechers seit Jahren konstant. „Die Gewaltdelikte sind auf einem hohen Niveau. Jeder Vorfall ist einer zu viel.“

Laut Bahn sind Gewalt und Kriminalität an Bahnhöfen und in Zügen im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen. Die Bahn verzeichnete in ihrem Sicherheitsbericht 2015 für den Freistaat zwar einen leichten Anstieg um acht Prozent auf 9300 Straftaten. Allerdings entfällt ein Großteil der erfassten Anzeigen auf Taschendiebstähle, Schwarzfahren sowie Polizeieinsätze im Zusammenhang mit herrenlosen Gepäckstücken. Da die Sicherheitskräfte mehr Präsenz zeigen und Videotechnik an Hotspots verstärkt zum Einsatz kommt, würden Straftäter nach Angaben des DB-Sicherheitschefs häufiger gestellt. Insgesamt zahle sich dies aus, Züge und Bahnhöfe würden für die Kunden sicherer.

Mittlerweile sind alle S-Bahn-Züge in München nach Angaben eines Sprechers mit Videokameras ausgestattet. Etwa 4000 Kameras zeichnen demnach permanent den gesamten S-Bahn-Betrieb auf. Hinzu kommen die Kameras an den S-Bahnhöfen. Rund 230 Mitarbeiter der DB-Sicherheit sind ausschließlich für die S-Bahn im Einsatz. In den Abend- und Nachtstunden fährt im Schnitt in jedem zweiten Zug eine Streife mit. Fahrgäste können sich laut Polizei und Bahn sicher fühlen.

Wie berichtet, soll der 17-jährige Kroate am Samstag in der S 2 aufgefallen sein, weil er nahe der Haltestelle Obermenzing Türen blockierte, herumschrie und Fahrgäste anpöbelte. Als drei Männer den Mann beruhigen wollten, soll der 17-Jährige auf den 51-Jährigen eingeschlagen haben. Bei dem Kroaten aus Berg am Laim wurde ein Bluttest veranlasst, das Ergebnis steht noch aus. 

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