Die Töchter des Figaro

Nach Tod des Star-Friseurs: Lipperts Töchter übernehmen

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Natalie und Maxyne Lippert (v.li.) im Friseur-Salon ihres Vaters am Lenbachplatz.

München - Natalie und Maxyne Lippert sollen das Friseur-Imperium ihres verstorbenen Vaters führen, aber nicht ohne Hilfe.

Wolfgang Lippert verstarb Ende Januar.

Am Empfangstresen von Lippert’s Friseure flackert vor dem Bild des Inhabers eine Kerze. Dort, wo Wolfgang Lippert früher selbst stand, um zu begrüßen und um alles im Blick zu haben: die 35 Angestellten, die Kundschaft, den Terminkalender. Nichts entging seinem Auge – weder Gemütslagen noch scheinbare Nebensächlichkeiten wie ein nicht wieder aufgefülltes Glas eines Kunden. Perfektion war sein Maßstab. Am 21. Januar verstarb Wolfgang Lippert unerwartet mit erst 58. Nun sollen es die Töchter richten und ein sechsköpfiges Management-Team.

High Society und coole Girls, trendy Boys und gesetzte Herren – alle fanden ihren Figaro bei Lippert’s Friseure, seit sich der Maestro in dritter Generation vor 19 Jahren am Lenbachplatz niedergelassen hatte. Nun werden die Karten neu gemischt. Ein verschleppter Infekt, vielleicht noch andere gesundheitliche Probleme. Jedenfalls konnte Lippert seinen Plan nicht mehr verwirklichen: Zum 1. März hätte sein über Jahre aufgebautes Management-Team 49 Prozent der Geschäftsanteile übernehmen sollen – für eine lückenlose Nachfolgeregelung, falls etwas passiert. Der Beteiligungsplan lag unterschriftsreif beim Notar, doch mit dem vorzeitigen Tod konnte er nicht mehr erfüllt werden.

Markus Ruidl und Alexander Voit (Bild links, v.li.) sollen die Töchter beim Führen des Geschäfts unterstützen.

Fast alles geerbt haben nun die Töchter Natalie (25) und Maxyne (23). Die eine hat gerade ihren Bachelor in Germanistik gemacht, die Jüngere studiert Jura. Nun steht das harte Friseurgeschäft an. Die Visionen ihres Vaters haben sie schon früh mit auf den Weg bekommen. Den ersten Lehrsatz hörten die beiden, da konnten sie noch kaum gehen: „Gebt’s die Hand her und schaut’s den Leuten in die Augen!“ Bei jedem Abendessen wurde der Geschäftstag diskutiert. Die Ehe mit Melanie Lippert hat das nicht ausgehalten. Das Geschäft aber florierte, der Name wurde in ganz Deuschland zum Begriff, und die Fernsehsender gaben sich die Klinke in die Hand. Friseure haben Unterhaltungswert. Erst recht einer vom Format Lipperts, der Sprüche los ließ wie: „Der Vorteil meines Gewichtes ist, nicht abzuheben.“

Dass auch sie Bodenhaftung haben, wollen die Töchter nun beweisen. „Wir möchten den Wunsch unseres Vaters erfüllen, dass alles in seinem Sinne und mit seiner Philosophie weitergeht.“ Zusammen mit dem Management-Team, dem zu einem späteren Zeitpunkt die Anteile übertragen werden sollen.

Die nötige fachliche Unterstützung sollen die Geschäftsführer Markus Ruidl (48) und Alexander Voit (31) geben, die als Friseure Lipperts Philosophie kennen, das Personal führen und mit den Töchtern die Kontakte zur Industrie pflegen. Die große Bogenhausener Wohnung von Wolfgang Lippert wird derweil aufgelöst, Maxyne und Natalie bewohnen eigene Apartments in einem Haus in der Nähe.

Ulrike Schmidt

Ulrike Schmidt

E-Mail:ulrike.schmidt@tz.de

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