Neuer MVG-Hybridbus: Der Blick in die Herzkammer

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Unter der Heckklappe ist vieles anders, als bei herkömmlichen Bussen: Der Dieselmotor (links) treibt einen Generator an (rechts), der wiederum die Batterie auf dem Buckeldach speist. Die Hinterräder werden per Elektromotor angetrieben

München - Der neue Testbus der MVG ist ein so genannter Hybrid-Bus, weil er sowohl mit Strom als auch mit Diesel fährt. Ein Blick unter die Motorhaube offenbart er ein ganz besonderes Innenleben.

Er sieht mit seinem Buckel auf dem Dach ein wenig aus wie ein Pottwal, doch ansonsten unterscheidet sich der neue Bus der Münchner Verkehrsbetriebe MVG sowohl innen als auch außen nicht von den anderen Fahrzeugen der städtischen Busflotte.

Doch ein Blick unter die Motorhaube offenbart er ein ganz besonderes Innenleben: Der neue Testbus der MVG ist ein so genannter Hybrid-Bus, weil er sowohl mit Strom als auch mit Diesel fährt. Doch das alleine macht den MAN Lion’s City Hybrid noch nicht zu einer technischen Neuerung. Das Besondere an diesem Bus ist, dass er zwar einen 250-PS-Dieselmotor hat, der aber nicht die Räder antreibt, sondern einen Generator – der wiederum treibt die Elektromotoren an der Hinterachse an und speist eine Batterie auf dem Dach.

Die steckt unter dem charakteristischen Buckel auf dem Dach. Und die speichert auch den Strom, den der Bus beim Abbremsen erzeugt. Denn die Elektromotoren werden beim Bremsen als Stromerzeuger verwendet.

Mit dieser neuen Antriebstechnologie hofft MVG-Chef Herbert König den Diesel-Verbrauch um bis zu 30 Prozent reduzieren zu können. Das verspricht jedenfalls der Hersteller. Dafür kassiert MAN auch etwa ein Drittel mehr als für einen herkömmlichen Bus. Der MAN Hybridbus wird ab Juni auf der Linie 132 zum Forstenrieder Park eingesetzt. Für Fahrgäste und Anwohner bringt der Bus ebenfalls Vorteile: Er fährt viel leiser an und weist kaum Vibrationen auf.

Bislang waren die Erfahrungen mit der Hybridtechnologie „eher enttäuschend“, so König. Der seit August 2008 auf der 52er-Linie Marienplatz-Tierpark fahrende Bus spart nur zehn Prozent Kraftstoff ein, der Hersteller hatte das Doppelte versprochen. Dieser Bus arbeitet mit einem direkten Diesel- und einem Elektroantrieb. Im Winter erhöht sich der Verbrauch wegen der Heizung.

J. Welte

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