„Danach hat man Angst“

Wiesn-Prügelei! Heino Ferchs dramatische Aussage vor Gericht

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Der Schauspieler Heino Ferch und seine Frau Marie-Jeanette im Landgericht in München.

München - Im Herbst 2014 wollte Heino Ferch einen Wiesn-Abend in einem Münchner Club ausklingen lassen. Doch es kam anders: Der Schauspieler geriet in eine Schlägerei - und muss nun vor Gericht aussagen. Seine Frau bricht dabei in Tränen aus.

Seine Stimme wird brüchig, das sonst so coole Lächeln gefriert. Auch anderthalb Jahre nach seiner Prügelei im Heart gehen die Gewaltszenen Heino Ferch (53) noch nahe. Am Dienstag musste er erneut vor Gericht aussagen – denn Steve R. (32), der den Schauspieler laut Urteil des Amtsgerichts brutal niedergeschlagen hatte, legte Berufung ein.

Im schwarzen Anzug und weißem Hemd betrat Ferch am Dienstag das Landgericht. An der Hand seine Frau Marie-Jeanette. Gemeinsam waren sie mit Freunden am 28. September 2014 auf der Wiesn gewesen und wollten spätabends noch im überfüllten Heart am Lenbachplatz weiterfeiern. Ferch saß im VIP-Bereich, Steve R. stand davor. Plötzlich flogen die Fäuste. Wer wen zuerst schlug – und warum: Das ist immer noch strittig. Am Ende aber war Heino Ferch blutüberströmt und musste ins Krankenhaus. Der Notarzt musste ihm eine Platzwunde im Gesicht nähen und klammern. Dazu hatte Ferch auch Riss- und Schürfwunden an Knie und Ellenbogen erlitten.

„Man hat die Schwellungen deutlich gesehen. Ich war 14 Tage krankgeschrieben und konnte nicht drehen. Vier Wochen hatte ich Schmerzen, am schlimmsten im Kiefer“, sagt der Schauspieler. Viel schlimmer aber: Der Vorfall hat auch seelische Spuren bei Heino Ferch hinterlassen. Er bejahte am Dienstag die Frage, ob er psychisch noch leide. Ganz konkret: „Ich habe einen Knacks davongetragen. In engen Menschenansammlungen fühle ich mich bis heute unwohl – und gehe deshalb auch nicht zur Wiesn.“ Bereits vergangenes Jahr habe er das Volksfest gemieden. Es ist die Konsequenz aus der brutalen Schlägerei im Heart!

„Das Schlimme ist, dass so etwas bei uns passiert ist – aus dem Nichts heraus“, sagte Marie-Jeannette am Dienstag. Sie beschrieb, wie sie sich schützend auf ihren Mann warf, als der am Boden liegend angeblich mit Füßen traktiert wurde. „Es waren mindestens zehn gezielte Tritte auf meinen Kopf und meinen Körper“, so Ferch. „Ich bin froh, dass alles nicht noch schlimmer ausgegangen ist.“ Er fürchtete kurze Zeit sogar um seinen Beruf: „Mein Gesicht ist mein Kapital. Ich hatte verdammtes Glück.“

Zu 6000 Euro Geldstrafe hatte das Amtsgericht Steve R. verurteilt. Er aber wehrt sich und beschuldigt Ferch, den Streit begonnen zu haben, indem er Eiswürfel warf. Zuvor war R. im Gedränge angeblich gegen den Tisch des Schauspielers geschubst worden und hatte einen Sektkühler verschoben. Ferch bestreitet das und sagt: „Ich habe noch nie jemanden gezielt geschlagen.“ Nur rund 90 Sekunden sei er angeblich in der Disco gewesen, als der blutige Streit begann.

Ferch musste sich am Dienstag die Fotos von den Verletzungen ansehen. Sie gelten als wichtiger Hinweis auf die Bewertung der Schlägerei. Das Landgericht urteilt am Montag.

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