Robert Hof jetzt Pfarrer der Herz-Jesu-Kirche

Urwald-Pfarrer kehrt nach sieben Jahren in Bolivien heim

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Zur wichtigsten Ausrüstung, erklärt der Geistliche der tz, gehörten in Bolivien Axt und Säge – das Foto demons­triert, warum.

München - Pfarrer Robert Hof (45) wurde am Sonntag nach sieben Jahren im Dschungel Boliviens offiziell in sein Amt als neuer Pfarrer der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen eingeführt. Wir sprachen mit ihm.

Neuer Pfarrer in der Herz-Jesu-Kirche.

Von der Urwald-Kathedrale mitten in die modernste Kirche der Stadt: Pfarrer Robert Hof (45) wurde am Sonntag nach sieben Jahren im Dschungel Boliviens offiziell in sein Amt als neuer Pfarrer der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen eingeführt. Der tz hat er erzählt, warum er in der Kleinstadt Concepción in Bolivien vom Vegetarier zum Gelegenheits-Fleischesser mutierte und wieso es im Dschungel zwar abenteuerlicher, aber ruhiger als in München zuging.

Und, Herr Pfarrer Hof – sind Ihnen in München auch schon wilde Tiere begegnet?

Pfarrer Robert Hof: Eher angeleinte (lacht). Hunde habe ich in München viele gesehen. Aber die mag ich gerne, in Bolivien hatte ich auch zwei.

Und im übertragenen Sinne?

Pfarrer Robert Hof: Die Neuhauser haben mich sehr gut aufgenommen, da kann ich mich gar nicht beschweren. Und auch Kardinal Marx hat mich gleich zu einem Mittagessen eingeladen.

Was gab’s?

Pfarrer Robert Hof hält im bolivianischen Dschungel eine Messe.

Pfarrer Robert Hof: Fisch! Sehr gut war das. Hier in Bayern sind die Leute genauso gastfreundlich wie in Bolivien. Wie die Leute dich dort bewirten, das ist unglaublich. Das war für mich nicht einfach als ehemaliger Vegetarier: Am Gockel war teilweise noch der Kamm dran, beim Fisch die Augen und beim Schwein die Borsten. Aber das Essen ablehnen, wenn die Menschen sich das vom Mund absparen, das konnte ich nicht.

Wie lebt es sich in Bolivien?

Pfarrer Robert Hof: Dort ist alles abenteuerlicher. Zu manchen meiner 45 winzigen Dörfer, die teils im Amazonas-Gebiet liegen, mussten wir fünf Stunden im Jeep über ruckelige Wege fahren. Dort war ich ganz einfach der Padre Roberto und Ansprechpartner auch in medizinischen und sozialen Fragen. Aber interessanterweise war es in Bolivien trotzdem ruhiger als in München. Hier steht jeder Einzelne mehr unter Druck.

Auf was freuen Sie sich in Ihrer alten Heimat besonders? 

Blick auf die Kathedrale Concepcion mit Orchester.

Pfarrer Robert Hof: Auf das bayerische Bier. In Bolivien gab es eine Art Maisbier – auch gut, aber eher wie Federweißer. Ich gehe auch gerne mal auf die Wiesn, aber eher zur Mittagszeit, da ist es noch ruhiger. Und ich freue mich darauf, die Münchner mit meiner Botschaft zu erreichen. Auch wenn es schwieriger ist als in Bolivien. Dort haben die Leute sich mit allem an mich gewandt. Einer hat mal angerufen: „Padre, es brennt!“

Was war Ihre wichtigste Ausrüstung in Bolivien – und was in München?

Hofs „Papamobil“.

Pfarrer Robert Hof: In Bolivien: Eine Motorsäge, ein Spaten und eine Axt, um den Weg zu den entlegenen Dörfern frei zu machen. Und natürlich der Koffer für die Messe. In München muss ich eher schauen, dass ich mich warm anziehe, die Schuhe geputzt sind und die Krawatte gebunden ist (lacht).

Interview: Ramona Weise

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