Rektor schlägt Alarm

Kollwitz-Gymnasium platzt aus allen Nähten

Hilferuf: Das Käthe-Kollwitz-Gymnasium hofft auf die Schulbau-Offensive der Stadt. Foto: Haag

München - Weil es an Raum mangelt, müssen immer mehr Schüler abgewiesen werden. Auch eine Sanierung des Gebäudes aus den 50ern wäre nötig. Der Rektor fürchtet, seine Schule könnte bei der Priorisierung hinten anstehen.

Das Gymnasium an der Nibelungenstraße platzt aus allen Nähten. Seine Schule müsse dringend umgebaut werden, sagte der Leiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums (KKG), Luitpold Klotz, im Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nypmphenburg. Er hofft, dass der Wunsch im kommenden Schulbauprogramm der Stadt München berücksichtigt wird, das 2017 verabschiedet werden soll.

Ansonsten könne das Gymnasium für das kommende Schuljahr nur noch drei statt wie im Moment sechs neue fünfte Klassen bilden. „Es müssen dann nicht 60 Kinder wie im vergangenen Jahr abgewiesen werden, sondern 120“, warnte Klotz die Mitglieder des Bezirksausschusses.

Auch eine Sanierung wäre dringend nötig

Das Schulgebäude stammt aus den 50er-Jahren, und das sehe man auch, sagte Klotz. Der naturwissenschaftliche Zweig am „KKG“ sei relativ neu, doch die Räume für Physik und Chemie stammten aus der Bauzeit. Mensa und Turnhallen seien zu klein. Außerdem gibt es in der Schule keinen Lift, was Inklusion praktisch unmöglich mache. Auch eine energetische Sanierung sei notwendig, so Klotz.

Hinzu kommt, dass das Einzugsgebiet des Gymnasiums wächst: Das KKG ist eines von drei Gymnasien in Neuhausen-Nymphenburg, doch die beiden anderen liegen am entgegengesetzten Ende des Viertels. Die Kinder aus den Neubaugebieten nördlich der Bahnachse drängen von den Grundschulen an der Margarete-Danzi- und der Helmholtzstraße aufs KKG. Während das Gymnasium vor zwei Jahren noch dreizügig war, wurden im Schuljahr 2014/2015 sieben fünfte Klassen mit jeweils etwa 30 Schülern gebildet, im aktuellen Schuljahr sind es sechs Eingangsklassen, also rund 180 Fünftklässler. Er habe nur Schüler aufnehmen können, so Klotz, die in einem Radius von 1,7 Kilometern um die Schule wohnen.

Muss das KKG zurückstecken?

Bisher ging Schulleiter Klotz davon aus, dass die notwendigen Baumaßnahmen am Käthe-Kollwitz-Gymnasium Eingang finden würden in das nächste Schulbauprogramm der Stadt. Doch nun seien die Signale andere. Er befürchtet, seine Schule rutsche auf der Priorisierungsliste der Stadt nach unten und könnte womöglich erst im dritten Bauprogramm, also im Jahr 2018, an der Reihe sein. Dass diese Gefahr besteht, sieht auch der Bezirksausschuss: „Es gibt einen Kampf unter allen Schulen in der Stadt, wer an welcher Stelle steht“, sagte die BA-Vorsitzende Anna Hanusch (Grüne).

Auch wenn man sich im BA einig war, dass das Käthe-Kollwitz-Gymnasium im zweiten Schulbauprogramm berücksichtigt werden muss – in der ersten Offensive war keine Schule aus dem Bezirk Neuhausen-Nymphenburg mit Mitteln bedacht worden – entspann sich doch eine Diskussion. Während die CSU-Fraktionsvorsitzende Kristina Frank das Referat für Bildung und Sport in einem Antrag dazu auffordern wollte, das KKG in das zweite Bauprogramm aufzunehmen und die Schule rechtzeitig vor der Anmeldung im Mai darüber zu informieren, mahnte Oliver Belik (SPD), dass an weiteren Schulen im Stadtbezirk ebenso dringende Baumaßnahmen anstünden – an der Winthir- oder der Hirschbergschule zum Beispiel. Maike Brandmayer (SPD) wies darauf hin, dass im Mehrjahresinvestitionsprogramm der Stadt Mittel für den Umbau am Käthe-Kollwitz-Gymnasium vorgesehen seien. „Die Finanzierung ist bewilligt, im Gegensatz zu einem Stadratsbeschluss, der jederzeit gekippt werden kann“, so Brandmayer.

Auch weitere Schulen im Viertel brauchen Hilfe

Sie schlug vor, einen Mitarbeiter des Referats in den Bezirksausschuss einzuladen. Der CSU-Vorstoß sei bloß ein „Schaufensterantrag“. Bei den Personalproblemen im Referat für Bildung und Sport müsse man zu lange auf eine Antwort warten – zu lange für die Einschreibung im Mai für das kommende Schuljahr: „Ich glaube, dass wir schneller eine Antwort bekommen, wenn wir jemanden einladen“, sagte Brandmayer. Die Informationen aus dem Referat für Bildung und Sport sollten sich dann auch auf alle Schulen in Neuhausen-Nymphenburg beziehen. Schließlich entschied das Gremium, sowohl Franks Antrag zu stellen, als auch jemanden von der zuständigen Behörde einzuladen.

Judith Issig

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