Grausiger Fund in Neuhausen

Passantin entdeckt Leiche durch Schaufenster

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Hier lag die Leiche auf dem Boden.

München - In einem Laden in Neuhausen hat eine Passantin am Montagabend die Leiche eines Mannes entdeckt. Der Tote war von außen durch das Schaufenster zu sehen.

Was für ein grausiger Anblick! Mindestens sechs Stunden lang lag die Leiche eines 68-Jährigen Verkäufers in seinem Laden in Neuhausen – splitternackt, ausgeleuchtet und direkt vor dem Schaufenster. Eine Passantin meldete den Gruselfund der Polizei. Die kam zwar, deckte den Toten aber nicht ab. Erst als Nachbar Fabian Schneider Druck machte, wurde der Laden blickdicht verschlossen. Die Polizei spricht von einer Panne, lässt den Fall nun intern prüfen (siehe unten). 

Nachbar Fabian Schneider traute seinen Augen nicht, als er die Leiche sah.

Montag, 17.30 Uhr: Fabian Schneider (26) ist in seiner Wohnung in der Mettinghstraße, als nebenan plötzlich die Feuerwehr anrückt. „Ich habe nur gesehen, dass sie das Schloss des Ladens aufbrachen“, sagt er am Tag danach zur tz. Man habe eine Leiche gefunden, dringt es zu ihm durch. Auch eine Polizeistreife rückt an. Nach eineinhalb Stunden scheint die Sache geklärt. Weit gefehlt! „Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht“, sagt Schneider, der gegen 19.30 Uhr nach draußen geht und die grausige Entdeckung macht. „Die Leiche lag noch genauso da. Nackt und von der Straße aus gut einsehbar.“ Fassungslos meldet sich Schneider bei der Polizei­inspektion in Neuhausen. Dort heißt es nur, es gebe personelle Engpässe. Außer­dem dürfe an einem Tatort ohnehin nichts verändert werden. Der ärztliche Leichenschaudienst würde sich auf den Weg machen. Schneider: „Sie hätten wenigstens das Schaufenster abhängen können.“ Der 26-Jährige meldet sich erneut bei der Polizei, macht jetzt deutlich mehr Druck. Es zeigt Wirkung: Zehn Minuten später decken die Beamten einer weiteren Streife die Leiche mit einem Tuch ab – die Gruselvorstellung ist nach sechs Stunden endlich vorbei. 

Bislang gibt es keine Erkenntnisse zur Todesursache. „Die Umstände und eine erste oberflächliche Leichen­schau weisen nicht auf ein Verbrechen hin“, sagt Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Nach tz-Informationen lebte der 68-Jährige allein. In seinem kleinen Laden verkaufte er Schals und Tücher. Einige davon lagen auch am Dienstag noch am Boden. Direkt hinter dem Fundort führt eine Treppe in den Wohnbereich. 

Hatte er gesundheitliche Probleme und wollte Hilfe holen? Und warum war der Mann nackt? Nähere Erkenntnisse soll eine gründliche Obduktion bringen. 

Leiche vergessen? Das sagt die Polizei

Über sechs Stunden lag die nackte Leiche eines 68-Jährigen in dessen Laden in der Mettinghstraße. Die Polizei begründet das wie folgt: „Da der ärztliche Leichenschauer anderweitig gebunden war, verschlossen und versiegelten die Beamten wie üblich den Fundort der Leiche, um andere anfallende Einsätze wahrzunehmen. Wie sich im Nachgang herausstellte, war jedoch der Leichnam durch ein Fenster von der Straße aus sichtbar. Warum die Beamten keinen Sichtschutz anbrachten, wird intern geprüft. Es wäre aber angebracht gewesen und wird in ähnlich gelagerten Fällen normalerweise so praktiziert.“

Johannes Heininger

Johannes Heininger

E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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