Angebot für Kunstfans

Den Restauratoren über die Schulter schauen

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Die Gala-Berline von Kurfürst Karl Theodor. 

München - Bis Mitte November bietet die Bayerische Schlösserverwaltung im Marstallmuseum eine besondere Attraktion: Noch etwa vier Wochen lassen sich dort Restauratorinnen bei der Arbeit über die Schultern schauen.

Die Profis in dem Museum in Schloss Nymphenburg restaurieren dort die Gemälde an der rund 1,5 Tonnen schweren sogenannten Gala-Berline. Das elegante Gefährt im späten Rokokostil gelangte über Kurfürst Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724–1799) von Paris nach München.

Bisher haben Sattler schon die brüchigen ledernen Traggurte, die den Kutschenkasten halten, mit nicht sichtbaren Hilfsgurten gesichert, außerdem die großen ledernen Kotflügel restauriert, die vergoldeten Bronzebeschläge gereinigt und großflächige Übermalungen an den Lackflächen wie den Rädern freigelegt. Als Abschluss der Arbeiten werden jetzt die hochwertigen Gemälde restauriert.

Die Expertinnen konservieren derzeit die wertvolle Fassung und ergänzen bzw. retuschieren Fehlstellen. Dasselbe gilt für Metallteile und die vergoldeten Bronzen. Schnitzer ergänzten fehlende Holzornamente, die nun neu gefasst werden. Insgesamt kommen rund 700 Arbeitsstunden von Metallrestauratoren, Sattlern und Gemälderestauratoren zusammen.

Teile der Gemälde waren bei einer älteren Restaurierung großflächig übermalt worden, um Schäden zu kaschieren. Diese alten Retuschen mussten abgenommen und nun vorsichtig und möglichst kleinflächig retuschiert, so dass der optische Eindruck der Malereien wieder viel näher am Originalzustand sein wird. Die Kosten dafür belaufen sich zusammen mit der Sicherung und Konservierung der Textilien auf knapp 50.000 Euro. Einen großzügigen Anteil hat die LfA Förderbank Bayern bezahlt.

mm/tz

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