Am Rotkreuzplatz

Spreng-Attacke auf Geldautomat

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Nach dem nächtlichen Spreng-Versuch: In der Commerzbank am Rotkreuzplatz war am Donnerstag normaler Betrieb.

München - In der Commerzbank am Rotkreuzplatz haben Unbekannte versucht, einen Geldautomaten zu sprengen. Die Polizei sucht Zeugen.

In Norddeutschland ist diese dreiste Einbruchsmethode häufiger – in München kennt man sie dagegen noch nicht: Unbekannte haben versucht, in einer Bankfiliale in Neuhausen einen Geldautomaten zu sprengen. Das Vorhaben scheiterte, die Täter konnten jedoch vor dem Eintreffen der Polizei unerkannt flüchten. 

Nach Angaben des Präsidiums machten sich anscheinend zwei Männer am Donnerstagmorgen gegen 3.40 Uhr an der Commerzbank-Filiale am Rotkreuzplatz zu schaffen. Während einer der beiden Täter vor der Bank Schmiere stand, ging der zweite in den Vorraum zu einem der dort aufgestellten Geldautomaten. Er bog die Geldausgabeklappe gewaltsam nach oben und versuchte, mit einem Schlauch ein Gasgemisch aus einer mitgebrachten Flasche in den Geldautomaten zu leiten. Das Ziel war ganz offensichtlich, den Automaten anschließend mit Hilfe einer Zündschnur aufzusprengen. Die gepanzerte Kassette mit den Geldscheinen kann dann bequem aus dem zerfetzten Automaten genommen werden. Zumindest in der Theorie: Denn der Räuber löste beim Hantieren einen Alarm an dem Automaten aus – mehrere Streifen fuhren darum zum Rotkreuzplatz. Als diese eintrafen, hatten die Täter ihr Vorhaben bereits abgebrochen und waren geflüchtet. 

Ländliche Regionen beliebt

Laut Jahresstatistik des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden im Jahr 2014 in ganz Deutschland 116 Fälle von gesprengten Geldautomaten registriert (Zahlen für 2015 liegen noch nicht vor). Nordrhein-Westfalen war mit 23 Fällen der Spitzenreiter, gefolgt von Berlin und Niedersachsen. In Bayern ist diese Art des Bankraubs weniger häufig. Inzwischen werden zum Teil auch spezielle Geldkassetten verwendet, in denen die Scheine bei unsachgemäßer Öffnung mit einer Farbe überzogen und dadurch wertlos gemacht werden. Etliche Banken verzichten aber auch noch auf diese Nachrüstsysteme – primär aus Kostengründen. 

Beliebte Tatorte für das Sprengen von Geldautomaten liegen meist eher in ländlichen Regionen. Laut BKA werden die Straftaten überwiegend in kleinen Ortschaften mit guter Verkehrsanbindung verübt – nahe gelegene Autobahnen oder Bundesstraßen begünstigen eine schnelle Flucht. Wie die Täter vom Rotkreuplatz flüchteten, ist nach Angaben der Polizei noch nicht bekannt. Die Ermittler bitten um Hinweise unter Telefon 089/29 10-0. Wer hat am frühen Donnerstagmorgen verdächtige Personen oder auch Fahrzeuge im Bereich des Rotkreuzplatzes gesehen?

Sven Rieber

Sven Rieber

E-Mail:sven.rieber@merkur.de

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