Serie: Was 2016 dem Stadtteil bringt

Moschee, Tunnel & Co: Blick ins neue Jahr fürs Viertel

Imam Benjamin Idriz und seine Baupläne: An der Dachauer Straße könnte eine Moschee samt Gemeindezentrum und Bibliothek entstehen. Foto: Marcus Schlaf
+
Imam Benjamin Idriz und seine Baupläne: An der Dachauer Straße könnte eine Moschee samt Gemeindezentrum und Bibliothek entstehen.

München - Justizzentrum, Taxispark, Parklizenzen: In diesem Jahr wird in Neuhausen-Nymphenburg an vielen Stellschrauben gedreht – vielleicht kommt dabei auch eine Moschee heraus.

Nach dem Spatenstich für das neue Justizzentrum soll sich auch die Gegend rund um den Leonrodplatz weiterentwickeln: Die Stadt möchte das neue Kreativquartier weiter vorantreiben. Auf dem Gelände zwischen Dachauer Straße, Schwere-Reiter- und Infanteriestraße entsteht neben einer Grundschule und einem Gründerzentrum vor allem neuer Wohnraum. Einige Industriehallen, die inzwischen denkmalgeschützt sind, sollen als Orte für Kulturveranstaltungen und kreative Werkstätten zur Verfügung stehen.

Kommt die Moschee?

2016 dürfte außerdem darüber entschieden werden, ob eine Moschee samt Gemeindezentrum und Bibliothek auf dem Gelände des Kreativquartiers gebaut wird. Die Initiative des Münchner Forums für Islam (MFI) geht auf den Penzberger Imam Benjamin Idriz zurück. Der Ältestenrat im Rathaus entschied kürzlich, dass das MFI ein Jahr mehr Zeit bekommt, um die Komplettfinanzierung des 40-Millionen-Euro-Projekts zu schultern: Bis Ende 2016 bleibt das erhoffte Grundstück an der Dachauer Straße nun reserviert.

Taxispark: Mehr Grün für die Neuhauser

Der Taxispark soll im Frühjahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – zumindest in Teilen. Derzeit werden die noch bestehenden und zum großen Teil verfallenen Gebäude auf dem Gelände neben dem Biergarten Taxisgarten abgerissen. Anschließend übergibt der Freistaat Bayern das Gelände der Stadt. Diese will dann jedenfalls jene Teile des Parks öffnen, die gefahrlos betreten werden können. Viele Bürger wünschen sich, auch nach der Eröffnung den Park weiter mitgestalten zu können. Sie empfinden die Grünanlage als wichtigen Gegenpol zur immer dichteren Bebauung im Viertel. Bereits im Mai 2015 hat ein Workshop stattgefunden, in dem Bürger ihre Ideen für den Park einbringen konnten.

Mehr Qualität am Romanplatz

Auch der Romanplatz soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen. Derzeit läuft ein Gestaltungswettbewerb. Im März entscheidet eine Jury darüber, wie der Platz zukünftig aussehen soll. Es brauche mehr Grünflächen und Sitzgelegenheiten, sagt die Bezirksausschuss-Vorsitzende Anna Hanusch (Grüne). Ob der Pavillon in der Mitte des Rondells erhalten bleibt und eventuell für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann, wird entscheidend sein für das zukünftige Gesicht des Romanplatzes. Außerdem soll ein drittes Trambahngleis untergebracht werden, damit die Wagen der Linien 16, 17 und 20 rangiert werden können.

Auch um den Romanplatz gibt es bald Parklizenzen

Schon in diesem Jahr werden nördlich und südlich des Romanplatzes Parklizenzgebiete eingeführt. „Der Parkdruck ist so hoch, dass wir die Parklizenzen dringend benötigen“, sagt Hanusch. Über ein lizenzpflichtiges Parken am Rosa-Luxemburg-Platz und am Arnulfpark entscheidet der Stadtrat in diesem Jahr.

Und der Tunnel am Mittleren Ring?

Bereits entschieden hat der Stadtrat über den weiteren Tunnelausbau am Mittleren Ring. Der Abschnitt an der Landshuter Allee wird künftig priorisiert behandelt, die Planungen sollen beschleunigt vorangetrieben werden. Die Tunneloberfläche soll nicht bebaut werden, außerdem hat sich der Stadtrat für die Variante mit einem langen Tunnel entschieden. Bei weiteren Entscheidungen, zum Beispiel darüber, wo Ein- und Ausfahrten platziert werden, seien die Anwohner an den Planungen zu beteiligen, fordert der örtliche Bezirksausschuss (BA).

Neues Förderzentrum & mehrere Schulsanierungen 

Zu Schuljahresbeginn im September eröffnet das neue Förderzentrum an der Margarete-Danzi-Straße. In dem Schulkomplex werden dann neben der Grundschule auch einige Klassen des Förderzentrums Mathilde-Eller-Schule und eine heilpädagogische Tagesstätte untergebracht sein.

Insgesamt stehen im Bezirk einige Schulsanierungen an: Das Adolf-Weber-Gymnasium und das Rupprecht-Gymnasium, das eine neue Turnhalle braucht und auf sechs Züge erweitert werden soll, werden bereits saniert. Für die Renovierungen der Rudolf-Diesel-Realschule und der Winthirschule setzt sich der BA derzeit ein.

Wo kommen im Viertel Flüchtlinge unter?

In diesem Jahr wird die Flüchtlingsthematik auch in Neuhausen und Nymphenburg stärker ankommen: Bisher gibt es nur die provisorische Notunterkunft an der Richelstraße und eine Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Schwere-Reiter-Straße. Doch 2016 sollen drei neue Flüchtlingsunterkünfte eröffnen: An der Wotanstraße entsteht ein Heim für 400 Asylsuchende, an der Emma-Ihrer-Straße für etwa 180. An der Waisenhausstraße sollen rund 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterkommen, so haben es der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) und die BA-Vorsitzende Anna Hanusch auf der Bürgerversammlung im November angekündigt. Bei den Anwohnern werden die neuen Einrichtungen größtenteils positiv aufgenommen. Wie auf der Bürgerversammlung deutlich wurde, wünschen sie sich lediglich, gut über weitere Vorhaben informiert zu werden.

Judith Issig

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare