Starke Ideen für junge Unternehmer

BMW-Erbin Klatten baut neues Gründerzentrum

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So soll das Kreativquartier aussehen.

München - Ideen für die Zukunft Münchens: Stadt, Freistaat und die Firma UnternehmerTUM von BMW-Erbin Susanne Klatten (53) planen ein neues Gründer- und Innovationszentrum im Kreativquartier an der Dachauer Straße.

Ideen für die Zukunft Münchens: Stadt, Freistaat und die Firma UnternehmerTUM von BMW-Erbin Susanne Klatten (53) planen ein neues Gründer- und Innovationszentrum im Kreativquartier an der Dachauer Straße. Dort sollen sich auf rund 10.000 Quadratmetern 40 Unternehmen ansiedeln. „Das wird uns einen großen Schritt voranbringen“, sagt Bürgermeister Josef Schmid (46, CSU). Denn die Start-ups werden sich mit der Zukunft der Stadt beschäftigen. „Smart City“ heißt das, Ideen also für die Herausforderungen wie Vernetzung, Mobilität oder erneuerbare Energien in einer wachsenden Metropole.

Dabei geht es aber nicht nur um technologischen Fortschritt. „Smart heißt für mich auch, dass man sich in einer Stadt noch wohlfühlt“, sagt Susanne Klatten. Durch das Zentrum könne München gar eine Vorreiterrolle einnehmen. Wer allerdings dort unterkommen will, wird sich bewerben müssen – europaweit wird ausgeschrieben. Wer einen Platz bekommt, soll sich über zivile Mietpreise freuen sowie die Unterstützung von Stadt und UnternehmerTUM bekommen, die Bau und Betrieb des Gebäudes übernimmt. Geholfen wird beispielsweise durch Mentoren, Informationen und Netzwerke. Der Stadtrat entscheidet am 16. Februar über den Bau, die Fertigstellung soll 2019 sein. Lesen Sie, welche Tipps Klatten und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (51, CSU) für Jungunternehmer haben:

Susanne Klatten: "Wesentlich ist ein gutes Team"

BMW-Erbin Susanne Klatten (53) engagiert sich für Jung-Unternehmer. 2002 gründete sie die Firma UnternehmerTUM. Diese hilft internationalen Start-Ups und etablierten Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, beim erfolgreichen Geschäftsaufbau, beim Markteintritt und in der Wachstumsphase.

Das sogenannte Accelerator-Programm TechFounders bereitet innovative Technologie-Start-ups innerhalb von drei Monaten mithilfe von intensivem Coaching und Mentoring auf eine erste Risikokapitalrunde vor und bahnt mit Partnern aus der Industrie strategische Kooperationen an.

Wichtig für Neugründer: „Ganz wesentlich neben der Idee ist ein gutes Team mit verschiedenen Kompetenzen, um beispielsweise bei Präsentationen zu überzeugen“, sagt Klatten. Außerdem schaden auch Kontakte natürlich nicht. „Um den Rest kümmern wir uns.“

Das geschieht etwa in der Hightech-Werkstatt der UnternehmerTUM. Auf 1500 Quadratmetern gibt es in Garching einen einzigartigen Maschinenpark für den Prototypenbau und die Kleinserienfertigung. Der UnternehmerTUM-Fonds bietet zudem Kapital für junge Unternehmen mit internationalem Marktpotenzial. Jährlich nehmen mehr als 50 Neugründer das Angebot wahr. 1000 Teilnehmer zählt UnternehmerTUM in den Qualifizierungsprogrammen.

Ilse Aigner: "Wir sind oft zu bescheiden"

Ilse Aigner (51, CSU) ist Bayerns starke Frau an der Spitze der Wirtschaft. Sie ist amtierende Staatsministerin und war bis September 2013 Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Tipps für Start-ups? Nachhaltigkeit ist mit entscheidend, um erfolgreich zu sein. „Ich kann nicht sagen, ich schreibe eine App, gründe ein Unternehmen – und dann kommt nichts mehr.“ Aigner spricht dann gerne von einer Skalierbarkeit: Eine Idee muss sich in die große weite Welt tragen. Da spiele freilich auch das Marketing eine Rolle.

Die Landeshauptstadt sei in Sachen Start-ups ohnehin sehr gut aufgestellt. Problem ist nur, das weiß kaum jemand. „Wir sind da oft noch zu bescheiden in der Kommunikation, welche Möglichkeiten wir zu bieten haben“, sagt Aigner. Mit dem neuen Gründerzentrum werden diese Möglichkeiten noch mal erweitert. Das Bayerische Wirtschaftsministerium beteiligt sich mit bis zu 2,5 Millionen Euro an einem Förderprogramm der UnternehmerTUM. „Das neue Innovations- und Gründerzentrum schafft Raum für Kreativität und für Innovationen. Damit wird Bayern weiter gestärkt.“

Die Staatsministerin bezeichnet München gar schon als Bavaria Valley – in Anlehnung an das berühmte Silicon Valley in Kalifornien. Das ist (zumindest derzeit) noch bekannter.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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