Junge Frau stirbt auf der Nymphenburger Straße

Ruza starb beim Horror-Unfall: So nimmt ihr Freund Abschied

München - Bei einem fürchterlichen Unfall in der Nymphenburger Straße verlor am Freitag eine junge Frau ihr Leben. Familie und Freunde trauern um Ruza. Ihr Freund machte der 25-Jährigen eine letzte Liebeserklärung.

Es waren herzzerreißende Szenen, die auch unbeteiligten Anwohnern und Passanten Tränen des Mitgefühls in die Augen trieben: Mitten im vierspurigen Verkehr auf der begrünten Verkehrsinsel der Nymphenburger Straße nahmen Familie, Freunde und ihr Partner am Samstag Abschied von Ruza (†25). Die aus Kroatien stammende Justizfachangestellte ist das einzige Todesopfer des katastrophalen Massenunfalls auf der Nymphenburger Straße am Freitagabend.

Um 15.57 Uhr war dort ein silberner Mercedes E-Klasse mit hohem Tempo und absolut ungebremst in den Ampel-Stau vor der Landshuter Allee gerast. Warum – das blieb auch am Sonntag noch ein Rätsel und muss von Gutachtern geklärt werden.

Der Verursacher dieser Katastrophe – ein Rentner (86) – war nach dem Unfall zwar noch ansprechbar, wirkte aber desorientiert. Er liegt mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus und konnte noch nicht vernommen werden. Auch seine Frau (84) auf dem Beifahrersitz wurde schwer verletzt. Sie erlitt unter anderem Rippenserienbrüche. Weitere sieben Insassen der anderen Fahrzeuge entkamen dem Trümmerfeld leicht verletzt. Insgesamt 15 Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Sieben davon waren so schwer beschädigt, dass sie abgeschleppt werden mussten. Der Gutachter ließ am Abend eine Drohne mit einer Kamera aufsteigen, die die Unfallsituation aus der Luft dokumentierte.

Am schlimmsten traf die Aufprallwucht den kleinen Ford Fiesta von Ruza, die nach dem Dienst im Justizzentrum vermutlich auf der Heimfahrt nach Untermenzing war. Sie stand am Ende des Ampelstaus, als der Mercedes von hinten heranraste. Die Polizei fand später nicht den Ansatz einer Bremsspur. Der Mercedes bohrte sich bis zu den Vordersitzen in den Kleinwagen. Dabei erlitt Ruza schwerste Kopfverletzungen. Zwei Polizisten trafen als Erste an der Unfallstelle ein. Sie hoben die 25-Jährige aus dem Autowrack, kämpften um das Leben der jungen Frau, bis der Notarzt die Reanimationsversuche fortsetzte. Doch auch der musste am Ende aufgeben...

Massenkarambolage auf Nymphenburger Straße: Frau (25) getötet

Nahe der Stelle, an der Ruza starb, versammelte sich 24 Stunden später der engste Kreis der Familie und Freunde – begleitet von zwei Mitarbeitern der Krisenintervention. Unter ihnen war auch der Mann, der Ruza über alles geliebt hatte. Überwältigt von Trauer warf er sich auf die Verkehrsinsel, schlug die Fäuste ins Gras und brüllte seinen Schmerz heraus: „Es ist nicht gerecht! Nicht gerecht!“

Als es dunkel wurde, erstrahlte ein Kerzenmeer an der Stelle, an der eine junge Frau, eine junge Liebe und das Glück einer Familie starb.

Senioren weg vom Steuer?

Ein 86-Jähriger rast in den Ford Fiesta einer 25-jährigen Frau. Nach dem schrecklichen Unfall am Freitag wird ein Thema wieder heiß diskutiert: Hätte der Senior überhaupt noch hinter dem Steuer sitzen dürfen?

Aktuellen Statistiken des ADAC zufolge sind gut 20 Prozent der Deutschen über 65 Jahre alt – aber nur rund 15 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Toten werden von dieser Gruppe verursacht. Dagegen gehe rund ein Viertel aller Unfälle auf 18- bis 25-Jährige zurück. Diese Altersgruppe macht aber nur acht Prozent der Bevölkerung aus. Sie ist also viel kleiner.

ADAC-Studien zeigen zudem, dass ältere Autofahrer oft vernünftiger und vorsichtiger fahren als junge Menschen. Ein Beispiel: waghalsige Überholmanöver. Senioren haben zwar altersbedingte Defizite wie nachlassendes Sehvermögen oder schlechtere Motorik. Sie sind sich in der Regel aber dieser Schwächen bewusst und entwickelten Strategien, um diese zu kompensieren. Heißt: Da wird halt nachts nicht gefahren, auch nicht zur Hauptverkehrszeit.

Manche Experten sind sich sicher, dass die Zahl der Unfälle gesenkt werden könnte, wenn Senioren ab einem bestimmten Alter die Führerscheinprüfung nochmals ablegen müssten. Sozusagen als Beweis, dass sie noch fit sind. Immerhin besitzen rund 1,7 Millionen Menschen zwischen 75 und 84 Jahren in Deutschland ein Auto.

Rubriklistenbild: © Ralf Kruse

Mehr zum Thema:

auch interessant

Kommentare

davebro
(0)(0)

Sowas ist einfach schrecklich und darf nicht passieren. Aber jetzt jeden alten Mann oder jede alte Frau dafür bluten zu lassen finde ich auch nicht richtig! Nachbarländer machen es vor: Ab 50 Jahren alle 5 Jahre zu einer Art Prüfungsfahrt. Dort kann man die Fähigkeiten des Verkehrsteilnehmers überprüfen und bei Problemen etwas unternehmen. Und die Verwarnungs- und Bußgelder müssen drastisch erhöht werden. Wie man mit 85 km/h durch die Stadt fahren kann ist mir ein Rätsel. Gibt es aber leider viel zu oft. Viele sind sich nicht bewusst, was sie mit zu hohen Geschwindigkeiten anrichten können. Deshalb muss der Staat hier regulierend eingreifen!

jukebox
(0)(0)

Der Führerschein an sich ist ja schon eine Gelddruck Maschine für Fahrschulen. Schaut euch doch mal an für was man extra einen Schein machen muss. Beispiel: Mein Sohn hat den normalen Auto Schein und den Bullog Führerschein, er darf Gespanne bis !!40 Tonnen!! bewegen. Leider darf er keinen Anhänger fürs Auto ziehen der mehr als 750 kg wiegt. Er darf mit einem Gespann 60 KM/h fahren, aber Fahrzeuge über 3,8 To nicht bewegen. Für all dies bräuchte er jeweils einen eigenen Führerschein. Alleine der für den Anhänger würde knapp 800 € kosten. Danke liebe EU ......

Donner 5207
(0)(0)

.... jeder "Experte" sollte jährlich zur Prüfung gehen müssen. Mal schauen, wie oft derart absurde Vorschläge dann noch kommen!
Gesundheitsprüfung? Ja klar! Aber für Jedermann bei Führung eines Fahrzeuges alle 10 Jahre meinetwegen.
Alles andere ist wieder eine Gelddruckmaschine für Psychologen und Fahrschulen!