Nockherberg: Bavaria Kinseher ist abgetaucht

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Luise Kinseher als gstandene Mama Bavaria.

München - Die Mama schweigt, die Brauerei genießt: Während Paulaner die Lorbeeren für die Fastenpredigt beim Nockherberg einsammelt, ist Luise Kinseher abgetaucht.

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Tag Eins nach der gelungenen Premiere von Luise Kinseher als Mama Bavaria: Eine Krisensitzung wie im letzten Jahr gibt es nicht – ganz im Gegenteil: Die Paulaner Brauerei sammelt mit Freude die Lorbeeren für die Fastenpredigt ein. Denn Kinseher selbst ist abgetaucht, das Handy ist aus. Selbst nach ein paar Stunden Schlaf, Kater-Frühstück und den durchweg positiven Zeitungskritiken hat die Kabarettistin die Bavaria-Rolle abgestreift wie ihr silbrig-schimmerndes Gewand.

Bilder: Derblecken und Singspiel am Nockherberg

Die Bavaria derbleckt und Doubles parodieren die Polit-Prominenz

Ihr Agent Klaus Meier bittet um Verständnis: „Schon am Freitag und Samstag geht es für die Luise mit ihrer Tournee ­weiter.“ Ihr Programm Hotel Freiheit ist bis auf wenige ­Termine restlos ausverkauft. Dann wird aus der spitzzüngigen ­Bavaria wieder die lustige Komödiantin.

Mama schweigt, die Brauerei genießt. Denn die „fast ausschließlich positiven Resonanzen“, so Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, zeigt auch der Brauerei, dass sie mit Kinseher voll ins Schwarze getroffen hat.

Trotzdem wird es in den nächsten Wochen ein Nachsitzen mit allen Beteiligten geben. Wichtigster Punkt dabei wird die Länge der Fastenpredigt sein: „Wir müssen ja nicht zwingend an den fast 55 Minuten festhalten. Je nach Inhalt und politischer Lage, also was alles passiert ist, könnte es auch kürzer sein“, so Steinfatt.

Prominenz beim Derblecken

Prominenz beim Derblecken

Kinsehers Rede hatte immer wieder ­Längen, wirkte stellenweise zu harmlos und entlockte den 600 Gästen ein Lächeln aber kein Schenkelklopfen. Kritik kam von Seiten der Prominenz, die Politiker fühlten sich dagegen ganz wohl. „Sie darf auf jeden Fall wiederkommen“, so Umweltminister Markus Söder. Und auch die „aufdrahte Bixlmadam“ (Kinseher) Christine Haderthauer denkt schon ans nächste Jahr: „Sie soll bitte, bitte weitermachen.“

Das scheint auf dem Nockherberg bereits beschlossene Sache. „Das war ein toller Einstand von der Luise Kinseher, und ich könnte mir vorstellen, dass wir mit ihr weitermachen“, erklärt Andreas Steinfatt. Wenn Kinseher dann auch noch zu ihrem Versprechen steht, dass sie kurz nach dem Derblecken gab („Wenn es gewünscht wird, mache ich weiter“), dann wird’s auch 2012 statt einem Bruder Barnabas wieder eine Bavaria geben. „Bis zur Wiesn sollte es feststehen, denn dann müssen ja schon wieder die ­Vorbereitungen getroffen werden“, so Steinfatt.

Auch dem Singspiel und vor allem dem Autor Alfons Biedermann will man unbedingt eine dritte Chance geben. Steinfatt: „Für manche war das Singspiel gewöhnungsbedürftig, weil es so modern war. Aber gerade das wollten wir auch. Paulaner ist eine Traditions-Marke, aber zugleich auch ganz modern.“

Biedermann hält es am Tag danach ein wenig wie Luise Kinseher. Vorbei ist vorbei, auch er hat am frühen Nachmittag noch keinen Blick in die Zeitungen geworfen. „Für uns ist es super gelaufen. Es war ein wirkliches tolles ­Arbeiten mit dem Team. Über das nächste Jahr mache ich mir aber noch keine Gedanken.“

Einer wird wohl auch 2012 nicht dabei sein: Guido Westerwelle bekommt so lange keine Einladung mehr zum Derblecken, bis er signalisiert, dass er nicht mehr eingeschnappt ist. Nach dem KZ-Vergleich in der Rede von Michael Lerchenberg schrieb er einen empörten Brief an die Brauerei mit der Bitte, ihn in Zukunft nicht mehr zu behelligen. Steinfatt: „Daran halten wir uns natürlich. Und Kinseher kann über Westerwelle ungestraft lästern: „Das Schönste an ihm ist, wenn er nicht da ist.“

Maria Zsolnay

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