Auch Müller will nicht mehr kommen

Geplanter Salvator-Boykott: Frauen-Zoff auf dem Nockherberg

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Barbara Stamm (l.) und Emilia Müller wollen nicht mehr zum Starkbier-Anstich kommen.

München - Einigen Politikerinnen ging die Rede von Mama Bavaria zu weit. Sie wollen künftig dem Starkbier-Anstich fernbleiben. Ihre Ankündigung sorgte für gemischte Reaktionen.

Die Reaktionen der Politiker, wenn Mama Bavaria ihnen die Leviten liest, gehören zum Nockherberg wie das Starkbier in den Steinkrügen. Wobei: Versteinert war heuer auch das Gesicht von Landtagspräsidentin Barbara Stamm (71, CSU) bei der Fastenpredigt von Luise Kinseher (47). Das Epizentrum eines Bebens, das jetzt sogar dazu führt, dass Stamm den nächsten Starkbieranstich sausen lässt! Sie hat Paulaner-Chef Andreas Steinfatt (47) nun in einem Brief darum gebeten, von der Einladungsliste gestrichen zu werden.

Stamm sagt: „Die Fastenpredigt war verletzend und Frauen wurden von der Bavaria besonders hart angegangen.“ Bereits 2015 habe sie Kinseher darauf angesprochen, aber: „Heuer war sie noch härter zu den Politikerinnen! Ich habe auch dem Brauerei-Chef zu verstehen gegeben, dass die Bavaria besonders bei den Frauen nachgetreten hat – und was ich davon halte.“ Auch vor Journalisten hält sie mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. „Dann war das Thema für mich erledigt“ – bis Stamm ein Interview liest, in dem Steinfatt über die Politiker sagt: „Die ärgern sich noch bis übermorgen – und nächstes Jahr wollen sie alle wieder eine Einladung.“ Diese Aussage ärgert Stamm so sehr, dass sie Steinfatt einen Brief schreibt

Der Brauerei-Boss hat mittlerweile angekündigt, wiederum per Brief zu antworten. Über den Inhalt schweigt er sich aus. Egal was drin steht – Stamm sagt: „Für mich ist der Nockherberg erledigt. Zu meinen, dass ich da unbedingt dabei sein will – Nein!“ Bereits 2010 hatte die damalige Sozialministerin Christine Haderthauer (53, CSU) angekündigt, dem „niveaulosen Gepolter“ fernzubleiben. Der damalige Fastenprediger Michael Lerchenberg wurde allerdings ausgetauscht, Haderthauer erschien bestgelaunt.

Und aktuell? Auch Sozialministerin Emilia Müller (64, CSU) plant den Salvator-Boykott. „Die Rede war besonders für uns Frauen beleidigend. Unter Kabarett verstehe ich etwas anderes“, sagt Müller, laut Bavaria ein „blindes Huhn“. Barbara Stamm war heuer in der Fastenpredigt übrigens gar nicht erwähnt worden.

Das sagen andere bayerische Politiker zu den Absagen von Barbara Stamm und Emilia Müller

Beate Merk (58, CSU, Europaministerin) versteht die Kolleginnen gut, geht aber selbst wieder hin: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, erleben zu können, dass Kinseher doch noch die Grenze zwischen gutem Kabarett und geschmackloser Beleidung gegenüber Frauen wahrt. Außerdem gibt’s ja noch das Singspiel.“

Ilse Aigner (51, CSU, Wirtschaftsministerin) sagt: „Ich bin kein Freund davon, wenn gewissen Grenzen der Respektlosigkeit überschritten werden“. Allerdings habe sie „ein eher dickes Fell“ und habe sich gut amüsiert.

Markus Söder (49, CSU, Finanzminister) betont: „Ich habe Respekt für die Haltung von Barbara Stamm. Ich selbst werde aber wohl wieder hingehen.“

Daniel Föst (39, FDP, bayerischerGeneralsekretär) findet: „Ich bin beeindruckt, dass ein CSU-Politiker auf Freibier verzichtet.“ Und, so Föst grundlegend weiter: „Wer keinen Humor hat, ist auf dem Nockherberg falsch.“

min/cd

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