Toller Zusammenhalt in Nymphenburg

Ganoven verjagt: Bei diesen Nachbarn haben Einbrecher keine Chance

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Axel Kuhle (v. l.), Maximiliane von Riedl und Thomas Barnickel vor dem Balkon ihres verreisten Nachbarn.

München - Bei dieser aufmerksamen Nachbarschaft sind Einbrecher auf verlorenem Posten. In Nymphenburg haben Anwohner einen flüchtenden Ganoven sogar noch verfolgt.

Nicht erst seit Jérôme Boateng wissen wir, wie wichtig ein guter Nachbar ist. Ein Mieter in Nymphenburg hatte am vergangenen Sonntag gleich drei davon. Während Herbert B. (Näme geändert) im Urlaub weilt, macht sich ein Einbrecher an seiner Balkontüre zu schaffen. Mit den aufmerksamen Anwohnern Thomas Barnickel (47), Maximiliane von Riedl (47) und Axel Kuhle (44) hat er aber nicht gerechnet. Noch bevor er die Schlösser knacken kann, haben ihn die Nachbarn entdeckt und verscheucht! Es ist nicht der erste Einbrecher, mit dem es die Bewohner in der Döllingerstraße zu tun hatten…

Einbruchspuren.

Im vermeintlichen Schutz der Dunkelheit setzt der Einbrecher - südländisch, Anfang 20 und mit sportlicher Statur - sein Brecheisen an der Balkontüre im Erdgeschoss an. Dann ein lautes Knacken. "Da war ich schon hellhörig", sagt Thomas Barnickel, der zu diesem Zeitpunkt mit seiner Lebensgefährtin Maximiliane von Riedl nebenan auf der Couch sitzt und Fußball schaut. Wieder knackt es. Die Sicherheitsschlösser des Nachbarn sind widerspenstig. Und sie entlarven den Einbrecher. Das Paar macht sich auf den Weg in den Innenhof.

Auch Axel Kuhle, der gegenüber wohnt, hat die Geräusche gehört. Vom Balkon späht er die Umgebung aus. Nichts zu sehen. Maximiliane von Riedl steuert auf den Balkon ihres Nachbarn zu. Da muss doch … Plötzlich springt der Einbrecher in einem Satz über die Balkonbrüstung und ergreift in höchstem Tempo die Flucht. "Ich habe mich so erschrocken, er landete direkt neben mir", erinnert sich Maximiliane von Riedl.

Bei Verfolgung einen Schuh verloren

Den Täter entkommen lassen? Das kommt für die Beamtin nicht in Frage. Unter lautem Geschrei nimmt sie die Verfolgung auf, verliert dabei sogar einen Schuh. Doch der Einbrecher ist zu schnell. "Der war sehr dünn und durchtrainiert. Den konnte keiner einholen", sagt Thomas Barnickel zur tz.

Nachbar Axel Kuhle reagiert sofort und ruft die Polizei. Die Fahndung verläuft bislang ohne Erfolg.

Dass sich der dreiste Täter das falsche Ziel ausgesucht hat, weiß er spätestens jetzt. Denn: Einbrecher gab es hier schon einige. "Wir sind alle sensibilisiert, haben überall Sicherheitsschlösser einbauen lassen", sagt Barnickel. "Bei uns gibt's nix zu holen." Wohl dem, der solche Nachbarn hat.

Johannes Heininger

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