Die Jungen haben keinen Platz mehr

OB Reiter sucht verzweifelt Wohnungen für Studenten

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Als Student in München eine passende Wohnung zu finden, ist schwierig.

München - Bald geht das neue Semester los. Zahlreiche neue Studenten werden nach München ziehen. Doch die Wohnungen sind rar. OB Reiter schickt deshalb einen Appell an die Münchner.

München platzt aus allen Nähten! Immer mehr Menschen ziehen in die Landeshauptstadt, immer mehr Menschen brauchen Wohnungen. Und zum neuen Semester kommen wieder Tausende neue Studenten – jetzt der Hilferuf von OB Dieter Reiter (SPD) und Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU): Sie bitten die Münchner, den Studenten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Weil insbesondere diese mit jedem Euro rechnen müssten. „Helfen Sie den jungen Leuten bei ihrem Einstieg in einen neuen, wichtigen Lebensabschnitt und bieten Sie ihnen ein bezahlbares Dach über dem Kopf!“

Keine Frage: Wohnen wollen in München immer mehr! Im Jahr 2015 hat die Verwaltung 1.521.678 Einwohner gezählt – noch einmal 32.483 mehr als 2014. Ein Verdienst der Wirtschaft, denn die wächst und lockt Arbeitskräfte: 2015 hat die Zahl der Beschäftigten um 2,7 Prozentpunkte zugenommen: Das sind 20.697 neue Jobs, 797.102 insgesamt.

Entwicklung beim Wohnungsbau kann in München nicht mithalten

Das Problem: Die Entwicklung beim Wohnungsbau kann da nicht mithalten. Zwar gab es 2015 780 194 Apartments. Das entspricht aber nur einer Zunahme um 5019. Dabei hatte sich die Stadt ein Ziel von 7000 neuen Bleiben jährlich gesetzt – aber bisher nie erreicht!

Allerdings tut München wenigstens was! Durch Wohnbauprogramme wie etwa Wohnen für alle sollen in kürzester Zeit Wohnungen für Flüchtlinge und Auszubildende entstehen. Außerdem erhalten die städtischen Baugesellschaften Finanzspritzen. Es ist jedoch nur noch Platz für gut 61.000 Neubauwohnungen. Danach sind wir voll! Und bis 2030 wird mit einem Zuzug von über 200.000 Neubürgern gerechnet! Dann geht es nur noch über Nachverdichtungen.

Damit wird sich auch das Studentenwerk behelfen – neben Neubauprojekten. Aktuell gibt es rund 11.000 Wohnplätze. Auf der Warteliste stehen aber über 8000 Studenten! Im Jahr 2014 habe man rund 4500 Plätze neu vergeben, eine Fluktuation sei demnach durchaus vorhanden. Doch gerade das Wintersemester ist schwierig, wegen der Wiesn seien Hostels und Hotels ausgebucht. Und darum nun der Appell. Reiter: „Jedes Zimmer kann helfen, selbst wenn es nur für ein Semester ist.“ Wer ein Zimmer anzubieten hat, wendet sich an Telefon 35 71 35 26.

Ich hatte Glück

Daniel Eichinger

"Eine Freundin von mir ist damals aus ihrer Zweier-WG ausgezogen – und ich habe ihren Platz übernommen. Ich hatte also echt Glück. Jetzt habe ich ein 20-qm-Zimmer und zahle dafür 600 Euro. Vorher habe ich in einem eigenen Apartment gewohnt. Das war zwar billiger, aber alleine wohnen ist einfach nichts für mich."

Daniel Eichinger (25), Jura-Student, München

Noch bei den Eltern

"Ich wohne zur Zeit noch zuhause und bin auch nicht auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Klar will ich irgendwann mal ausziehen, aber bis jetzt gefällt es mir noch sehr gut bei meinen Eltern. Es ist auch einfach günstiger zuhause zu wohnen. Der einzige Nachteil ist, dass ich jeden Tag 45 Minuten zur Universität fahren muss. Das ist schon ein bisschen nervig."

Céline Holder (23), Jura-Studentin, Wolfratshausen

Der Zufall war’s

Mona Kerling

"Mir hat der Zufall geholfen. Ich habe meine WG nämlich über eine Freundin gefunden. Ich habe damals gar nicht aktiv gesucht. Jetzt wohne ich in einer Vierer-WG und zahle 440 Euro für mein 10 qm großes Zimmer. Die Alternative wäre gewesen, jeden Tag zu pendeln. Das blieb mir zum Glück erspart."

Mona Kerling (21), Medizin-Studentin, München

War sehr schwierig

"Meine Freundin und ich wohnen zusammen in einer 50-Quadratmeter-Wohnung und zahlen dafür rund 1000 Euro im Monat. Die zu finden, war sehr schwierig. Das Angebot in München ist klein, und wir mussten kurzfristig umziehen. Nach drei Wochen Suche haben wir dann aber etwas Passendes gefunden."

Markus Fluhr (27), BWL-Student, München

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