Absurd-gefährliche Situation

Kiosk-Räuber lallte so stark, dass Opfer ihn nicht verstand

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Der Angeklagte Robert A. am Dienstag vor Gericht.

München - Eine Klinge am Hals aber keine Ahnung was der Räuber will? So ging es einer Kiosk-Angestellten, als sie von einem Betrunkenen ausgeraubt wurde. Der Mann wurde am Dienstag verurteilt.

Es war der Schock ihres Lebens: Als Minh V. (55, Name geändert) am 24. September 2015 an ihrem Kiosk einen Kunden bedienen wollte, hatte sie plötzlich eine Klinge am Hals – und wurde Opfer eines gefährlichen Raubüberfalls, wir berichteten.

Vor dem Landgericht sagte sie gestern gegen den Täter aus: Robert A. (37), einen arbeitslosen Giesinger. „Ich hatte erst gar nicht verstanden, was er wollte, weil er so lallte. Dann schrie er ‚Gib mir Kohle und hielt sein Messer auf mich gerichtet“, sagt Minh V. „Er war sehr nah und packte mich am Kragen meiner Bluse. Ich hatte Todesangst und schrie sofort um Hilfe.“

Vor Schreck ließ Robert A. sein Opfer los und versuchte über den Verkaufstresen in den Kiosk zu klettern. „Da hab ich all meinen Mut zusammen genommen und zwei leere Bierflaschen auf ihn geworfen.“ Der Räuber erschrickt, das nutzt Minh V., um das Fenster zu schließen, vor dem Robert A. stand. Wütend rannte der Täter weg. Die Polizei schnappte ihn aber noch am selben Tag, weil eine aufmerksame Nachbarin den Notruf gewählt hatte.

„Es tut mir leid, das war eine blöde Aktion“, sagte Robert A. gestern. Er gestand die Tat und schob die Schuld auf die Liebe und den Alkohol. „Meine Verlobte hatte mich rausgeschmissen, danach lebte ich zwei Tage auf der Straße und fing wieder an zu trinken.“ Bis zu zwölf Weißbier am Tag – auch als er Minh V. überfiel. Nach der Tat litt sie unter Angstattacken und konnte kaum arbeiten. „Heute geht es mir wieder besser“, sagt sie. Auch, weil Robert A. gestern verurteilt wurde: Das Landgericht schickte ihn für drei Jahre und zehn Monate ins Gefängnis.

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