Fußgänger (78) stirbt nach einem Stoß

Tödlicher Streit am Radlweg - Zeugin geschockt

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Iuliana Bradu zeigt die Stelle, an der der Streit eskaliert ist.

München - In Giesing kommt es zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger zum Streit. Handgreiflichkeiten folgen, ein Mann stürzt und verletzt sich schwer. Jetzt ist er gestorben. Eine Zeugin ist noch immer schockiert.

Es sind Bilder, die Iuliana Bradu (35) nicht mehr vergisst. Völlig apathisch sitzt ein älterer Mann am 19. Mai vor der Bar Mex an der St.-Bonifatius-Straße, in der sie arbeitet. „Sein Kopf war voller Blut“, sagt die Bedienung. Eduard K. (78) hatte sich mit einem Radfahrer gestritten. Jetzt, rund drei Wochen später, ist der 78-Jährige seinen schweren Verletzungen erlegen.

An diesem Donnerstag im Mai ist Eduard K. zu Fuß auf der St.-Bonifatius-Straße nahe des Ostfriedhofs unterwegs. Hier, auf Hausnummer 14, hatte er einst eine Konditorei. Zur selben Zeit, gegen 16.50, fährt ein Architekt (50) mit seinem Radl auf dem Gehweg stadtauswärts. Auf seinem Gepäckträger hat er einen Teppich, der zu beiden Seiten hinausragt. Das stört Eduard K., laut Polizei packt der 78-Jährige den Radfahrer am Arm. Vor der Bar Mex kommt es zum Streit. Der Architekt stellt nun sein Radl ab und stößt Eduard K. im Verlauf der Rangelei zu Boden. Der 78-Jährige wird schwer am Kopf verletzt. Der Architekt rennt ins „Mex“, bittet Iuliana Bradu um ein Glas Wasser für das Opfer.

Eduard K. kommt schließlich schwer verletzt in eine Klinik, wo er jedoch am 10. Juni stirbt. Gegen den Architekt wird jetzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Die Anwohner in der St.-Bonifatius-Straße sind noch immer fassungslos. Hier hat Eduard K. viele Jahre gewohnt. Zusammen mit seiner Frau Rita, die im März mit 71 Jahren verstorben ist. „Die beiden waren wirklich nett und so herzlich“, sagt eine Nachbarin. „Herr K. hat gerne gebacken. Er hatte immer Muffins für unsere Kinder.“ Auch ein weiterer Nachbar trauert um den Rentner: „Er saß immer draußen auf dem Balkon beim Zeitunglesen. Das sah immer nett aus.“

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