Förderung fürs Viertel

Die Tegernseer Landstraße wird wiederbelebt

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Blinde Alexandra R. (28) stürzte aufs U-Bahngleis - Zeugen wollten noch die Notbremse ziehen, es war aber zu spät.

München - Neues Leben an der Tela: Das leerstehende Gasthaus Alt-Giesing soll wiederbelebt werden, auch der Ladenstruktur will man sich annehmen. Die Pläne:  

Das verlassene Gasthaus „Alt-Giesing“ an der Tegernseer Landstraße 93 wird in Kürze wieder belebt. Zwei junge Gastronomen aus dem Stadtteil übernehmen es. Ein „Gewinn fürs Viertel“, den sich Anna Canins vom Quartiermanagement auf ihre Fahnen schreibt. Gefördert wird das Management aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Doch an der Tegernseer Landstraße soll noch viel mehr geschehen:

Förderung für die lokale Ökonomie

Aus einem anderen Fördertopf des Bundes kommt nun noch ein Programm zur Stärkung der lokalen Ökonomie dazu. Zusammen wollen sie Hauseigentümer und potenzielle Interessenten für Ladenflächen in Giesing vernetzen und Gewerbetreibende beraten. So will man dafür sorgen, dass der Gewerbemix in und um die Tegernseer Landstraße (Tela) attraktiv wird und es weniger Leerstände gibt. „In der Hochzeit waren es mal 22 leere Ladenflächen, aktuell sind es gerade noch sieben“, berichtet Torsten Müller vom Quartiersmanagement. Doch die Fluktuation sei groß, Gewerbe wie Apotheken, Bäcker oder Optiker überproportional vertreten. Dazu stellen Online- und Innenstadt-Handel die Geschäftsstraße zusätzlich vor Herausforderungen. „Man muss am Ball bleiben und immer wieder neuen Schwung reinbringen.“

Erschwerend kommt hinzu, dass es auf der Giesinger Einkaufsmeile zwischen Sechzgerstadion und Ostfriedhof meist nur kleine Gewerbeflächen gibt. „Man muss daher aufzeigen, was für langfristige Vermietungen funktionieren können und welche Auswirkungen eventuelle Mieter auf eine künftige Entwicklung haben.“ Mit kompetenter Beratung und ein wenig Glück komme es am Ende zum Erfolg. Bis dahin kann auch mal eine attraktive Zwischennutzung, ein Pop-up-Store oder eine Fotoausstellung, über einen Leerstand hinweghelfen. Auch dies vermittelt das Geschäftsstraßenmanagement.

Wichtige Frage: Wie wird die Umgestaltung der Straße?

Entscheidend für die Zukunft der Tela wird jedoch die Entwicklung des nördlichen Straßenzugs, speziell die zukünftige Nutzung des Tegernseer Platzes sein. Besonders für den zentralen Punkt über der U-Bahnstation Silberhornstraße gibt es viele Begehrlichkeiten. Die Anlieger wünschen sich einen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität – ohne Verkehr, mit viel Grün und netten Straßencafés. Die Geschäftsleute hingegen denken an ihre Kundschaft mit Auto, wollen den Platz befahrbar lassen und die Parkplätze erhalten. In Kürze soll der Stadtrat nach mehrfachen Verschiebungen endlich darüber beschließen. „Es ist einfach zäh“, gibt Canins zu.

Sie hat nach wie vor die Hoffnung, dass am Ende was Vernünftiges für die Tela rauskommt. Wenigstens, dass die Radfahrer dann in Nord-Süd-Richtung über den Platz fahren dürfen. Derzeit ist das offiziell verboten – doch keiner hält sich daran.

Carmen Ick-Dietl

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