Rucksackverbot auf dem Festgelände?

Neue Nervosität: Jetzt nehmen sich Politiker die Wiesn vor

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Bald Alltag in den Städten? SEK-Einsatzkräfte werden immer häufiger zu Hilfe gerufen.

München - In nicht einmal zwei Monaten steigt die Wiesn 2016. Bis dahin soll das Sicherheitskonzept rund um die Theresienwiese überarbeitet werden.

Würzburg, München, Ansbach: Der Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum und die radikal-islamisch motivierten Attentate in Franken sorgen auch für eine neue Sicherheitsdiskussion in München.

Am Dienstag rief OB Dieter Reiter (58, SPD) kurzfristig den Ältestenrat des Rathauses zu einer außerordentlichen Sondersitzung hinter verschlossenen Türen über die Sicherheit auf dem Oktoberfest. Der Ältestenrat ist ein Gremium des Stadtrates, in dem über Fragen der Geschäftsordnung gesprochen wird. Die Stadträte beschlossen einstimmig, "dass das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest vom Veranstalter in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei überprüft und das Ergebnis ohne weitere Stadtratsbefassung umgesetzt wird". Bereits am Donnerstag soll eine Arbeitsgruppe über die notwendige Fortschreibung beraten.

Vorbereitungen für die Wiesn 2016.

Reiter: "Mit dieser Entscheidung ist jetzt sichergestellt, dass rechtzeitig alle Maßnahmen getroffen werden, die die Sicherheitsfachleute für nötig erachten, um die Wiesn so sicher wie möglich zu machen." Wiesn-Chef Josef Schmid (46, CSU) erklärt: "Ziel des neuen Konzepts muss es sein, die Zugänge zur Wiesn besser zu kontrollieren." Schmid hält nach wie vor einen Zaun für eine geeignete Maßnahme, um etwa ein Rucksackverbot für die Wiesn durchzusetzen.

Rucksäcke bei Konzerten bereits tabu

Bei Rock- und Popkonzerten sind Rucksäcke schon verboten, darauf weist das Konzertbüro Global Concerts hin, das am Samstag das Konzert von An­dreas Gabalier im Olympiastadion veranstaltet. Kleine Taschen sind erlaubt, es werde aber verschärfte Kontrollen geben. Harte oder sperrige Gegenstände wie Flaschen, Dosen, Hocker, Kisten, Messer, Pfefferspray oder Feuerwerkskörper dürfen nicht mit in das Stadion gebracht werden. Es sei mit längeren Wartezeiten am Eingang zu rechnen.

Die Bayerische Staatsoper hat die Oper für alle-Veranstaltung am Sonntag auf dem Max-Joseph-Platz wegen des gleichzeitig stattfindenden Gedenkgottesdienstes im Frauendom und des Trauerakts im Landtag für die Opfer des Amoklaufs abgesagt. Die Aufführung in der Oper findet statt.

Johannes Welte

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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