Brutale Attacke auf dem Oktoberfest

Wiesn-Wachmänner prügelten mich in die Klinik

Antonio M. (43, l.) erlitt durch die Attacke der beiden Wachmänner (rechts) einen offenen Bruch am Unterarm.

München - Antonio M. erhebt schwere Vorwürfe gegen zwei Wiesn-Wachmänner. Die sollen den 43-Jährigen vor dem Hofbräuzelt brutal attackiert haben.

Wiesn-Wachmänner sorgen für Sicherheit. Normalerweise. Diese beiden Kraftpakete haben da wohl was missverstanden: Ömer K. (32) und Mehmet P. (48, beide Namen geändert) sollen am letzten Wiesn-Freitag 2015 eine Gruppe Italiener vermöbelt haben. Antonio M. (43), eines der Opfer, lag danach drei Tage im Krankenhaus …

Dafür mussten die „Security“-Männer nun vor Gericht geradestehen. Die Anklage ist kurz, aber knackig: Vor dem Hofbräuzelt sollen K. und P. Antonio M. und dessen Kumpel aus dem Nichts attackiert haben. Die Wachmänner sollen M. zu Boden geschlagen und mit ihren Stiefeln auf ihn eingetreten haben, als M. schon am Boden lag. Der Italiener erlitt einen offenen Bruch am rechten Unterarm, die Schläger brachen ihm vier Rippen, sein Freund erlitt Prellungen.

Antonio M. ist vor Gericht als Nebenkläger dabei. Der tz schildert er seine Horror-Wiesn: Er habe mit zehn Freunden im Hofbräuzelt gefeiert. „Gegen 15 Uhr sind vier von uns raus aus dem Zelt, wir wollten frische Luft schnappen“, sagt Antonio M. Ihre Jacken, Geldbeutel und andere Wertsachen lassen sie bei ihren Freunden im Zelt. Als die Gruppe später zurück ins Zelt will, heißt es: überfüllt, kein Einlass! 

"Sie schlugen mich brutal zu Boden"

M. redet auf die Wachmänner ein, will ihnen klar machen, dass alle Wertsachen im Zelt sind. „Ich bot ihnen an, dass nur einer von uns rein geht und die Sachen holt“, sagt M. „Dann ging’s los: Die Wachmänner orderten Verstärkung, plötzlich waren da zehn bis zwölf Mann!“ M. zufolge fackelten die Wachmänner P. und K. nicht lange: „Sie schlugen mich brutal zu Boden! Ich hatte starke Schmerzen und bat die Männer einen Krankenwagen zu rufen“, sagt M., der immer noch Schmerzen hat und im November erneut am Arm operiert wird. „Aber diese Typen haben mir keinen Notarzt gerufen.“ Und das, obwohl Mehmet P. Sanitäter beim Roten Kreuz ist!

Am Montag saßen die beiden Muskelberge feixend im Gerichtssaal. Um eine Verurteilung kommen beide noch einmal herum. P. zahlt 750 Euro an Antonio M. – K. 1750 Euro. Das Verfahren wird eingestellt. Für die Zahlung haben sie ein halbes Jahr Zeit – sonst sitzen sie bald wieder auf der Anklagebank.

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