Gasexplosion im Rohbau

Feuer-Knall von Untermenzing: So erlebten ihn Nachbarn

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Großbrand an der Von-Kahr-Straße 51.

München - Thomas von Greißing und seine Frau wachen auf. Feuer! Vor ihrem Fenster wütet im Rohbau an der Von-Kahr-Straße 51 ein Großbrand, in dem mehrere Gasflaschen explodieren. Das Paar ruft die Feuerwehr.

Wieso arbeiten die heute so früh?“, wundert sich Thomas von Greißing, als er in der Nacht zu Donnerstag um 4 Uhr früh vom Lichtschein auf der Baustelle nebenan erwacht. Sekunden später schießen der städtische Angestellte und seine Frau senkrecht aus dem Bett: Feuer! Nur acht Meter vor ihrem Schlafzimmer wütet im Rohbau an der Von-Kahr-Str. 51 ein Großbrand, in dem mehrere Gasflaschen explodieren: „Wir haben sofort die Feuerwehr angerufen.“ 

Zeitgleich erwacht im Hause Von-Kahr-Straße 49 auch Familie Postell: „Man hörte Explosionen. Mein erster Gedanke war: Flugzeugabsturz!“, berichtet Dieter Postell. Und auch im Nachbarhaus dahinter in der Hahnemannstraße schaffen die betagte Anneliese Lehmann (84) und ihr Lebensgefährte es gerade noch, sich ihre Bademäntel anzuziehen. Die Sturm klingelnden Polizisten machen Druck. Denn die Gefahr, dass das Feuer auf die Wohnhäuser überschlägt, ist groß. Zudem fliegt glühendes Dämmmaterial durch die Gegend. 

Mit einem gewaltigen Aufgebot gelingt es Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr, die Flammenwand einzudämmen. In dem Rohbau an der Von-Kahr-Straße 51 sollten fünf Wohnungen in Holzbauweise entstehen. Laut Polizei wurden am Mittwoch Bitumenarbeiten durchgeführt. Dafür wurden mehrere Gasflaschen verwendet, die noch im Gebäude standen. 

Vermutlich entwickelte sich dabei unbemerkt ein Schwelbrand, der früh um 4 Uhr voll ausbrach und eine solche Hitze entwickelte, dass die Gasflaschen explodierten. Allein am Rohbau entstand ein Sachschaden von mindestens 250.000 Euro. Auch am Donnerstagnachmittag schwelte das Dämmmaterial noch immer. Auch an den Häusern ringsherum zerschmolzen Kunststoffteile wie Solaranlagen, Rahmen und Vordächer. Zudem sprangen mehrere Scheiben – auch bei Familie von Greißing, die den Schaden an ihrem Haus auf 30.000 Euro schätzt. 

Video: So schaut es nach der Explosion danach aus

Ihnen sitzt der Schreck noch in den Knochen: „Wir haben zweieinhalb Stunden ohne Toilette und Getränke im Feuerwehrbus gehockt und uns die größten Sorgen gemacht. Eine unserer Katzen konnten wir mitnehmen. Die andere durften wir nicht mehr holen.“ Miez ist aber wohlauf und erwartete ihre Besitzer morgens vor der Tür. Und auch die betagte Anneliese Lehmann hat sich nach einem Mittagsschlaf erholt. Sohn Herbert lud sie zum Essen ein und sagte am Donnerstag dankbar: „Das hätte alles noch viel schlimmer enden können. Hauptsache, alle sind wohlauf.“

Dorita Plange

Dorita Plange

E-Mail:Dorita.Plange@tz.de

Stefanie Wegele

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