Aufgemotzt & abgeschleppt!

Tuning-Treffen: Für zwölf PS-Protze war schon vor Event Schluss

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Auf der Verwahrstelle der Polizei werden die Autos einem Gutachten unterzogen.

München - Bei einem Tuning-Treffen in Pasing hatte die Polizei allerhand zu tun. Dabei machten die PS-Protze die Beamten selbst auf sich aufmerksam.

Tiefer, breiter, schneller, lauter – das sind die Attribute, die in der Autotuningszene gefragt sind. Doch mit allen Vorlieben der PS-Liebhaber ist die Polizei nicht einverstanden. Das mussten am Sonntag zwölf Fahrzeughalter am eigenen Leib erfahren. Ihre Boliden wurden abgeschleppt, weil sie in einem „nicht verkehrstauglichen Zustand“ waren. Aber nicht nur deswegen hatte die Polizei bei dem Treffen Hundert Aufmotzer am Metro-Parkplatz in Pasing alle Hände voll zu tun …

Die Flitzer waren nicht nur illegal, sondern auch brandgefährlich: Bei Geschwindigkeitsmessungen in der Nähe des Parkplatzes gingen der Polizei zwischen 12 Uhr und 18 Uhr über 90 Raser in die Falle! Die Spitzengeschwindigkeit wurde mit 109 Kilometern pro Stunde erreicht! Erlaubt waren in diesem Bereich lediglich 50 km/h.

Laut Polizei steht bei den Autoschraubern vor allem „die vorsätzliche Erhöhung des Fahrzeuggeräusches“ hoch im Kurs. Heißt: Die PS-Monster verursachen durch Modifikationen an Motor und Auspuff einfach nur Höllenlärm! Kein Wunder also, dass die Polizei schnell auf das Treffen aufmerksam wurde und sich mit mehreren Streifenwagen auf den Zufahrtsstraßen auf die Lauer legte.

Für einige Teilnehmer bedeutete das schon das Ende vor dem Anfang. Denn: Insgesamt zwölf Autos wurden bereits vor dem Parkplatz von den Beamten abgefangen, kontrolliert – und abgeschleppt. Die Verstöße waren dabei so bunt gemischt wie die Lackierungen der aufgemotzten Sportwagen. Bei einem Fahrzeug stellte die Polizei eine nicht zugelassene Kombination aus Sportluftfilter und Sportauspuff fest. Bei einem anderen Auto fehlte sogar der komplette Katalysator. Dieser Wagen war nicht nur verkehrsuntauglich, sondern auch eine richtige Abgasschleuder. Ein weiterer PS-Protz war mit einem auf über 400 Pferdestärken aufgepumpten Motor unterwegs. Das Problem: Für den Straßenverkehr war er nicht zugelassen. Auch er landete am Abschlepphaken.

Bei der Verwahrstelle der Polizei werden die zwölf beschlagnahmten Autos nun einem technischen Gutachten unterzogen.

Auf die Fahrzeugbesitzer kommen neben Bußgeldern auch die Kosten für die Gutachten und das Abschleppen zu. Die Polizei hat angekündigt, weiter Präsenz bei derartigen Autotreffen zeigen zu wollen.

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