Prozess gegen Pasinger Rechtsanwalt

Zeugin hatte "Angst vor einem Amoklauf"

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Der angeklagte Anwalt.

München - Im Prozess gegen den Pasinger Rechtsanwalt, der in seiner Wohnung jede Menge Waffen und kilogrammweise Chemikalien für Sprengstoff (u. a. Nitroglycerin) hortete, kam am Mittwoch ein Opfer zu Wort.

Der 41-jährige Jurist war nämlich laut Anklage auch ein brutaler Stalker. Violetta S. (46, Name geändert) kannte ihn aus der Studienzeit. „Wir waren Freunde“, berichtete sie im Zeugenstand. Das Verhältnis sei jedoch abgekühlt, als er ihren Töchtern über Facebook Fotos von Waffen geschickt habe. Diese beendeten darauf ihre Facebook-Freundschaft mit ihm. Der Angeklagte reagierte der Zeugin zufolge mit einer Flut von E-Mails, die immer krasser geworden seien. Es sollen irre Drohungen gefolgt sein. Ein Beispiel: „Wusstest Du eigentlich, dass man bei einer durchgeladenen Pistole das Projektil im Patronenlager sehen kann, wenn man von vorne in den Lauf schaut?“ Violetta S. wusste, dass er scharfe Waffen besaß: „Ich hatte Angst vor einem Amoklauf. Alles was er gemacht hat, war extrem.“

Im Prozess um den angeklagten Rechtsanwalt geht es auch um die Frage, ob er in der Psychiatrie untergebracht wird.

E. Unfried

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